Wien - Der Linzer Stahl- und Verarbeitungskonzern voestalpine gilt als einziger Interessent für den Kauf des steirischen Erzbergs. Gespräche mit der staatlichen ÖIAG seien bereits im Laufen, sagte Voest-Konzernchef Wolfgang Eder am Mittwoch bei der Bilanzpressekonferenz in Wien. Mit einem Abschluss des Deals, an dem die voestalpine wiederholt Interesse bekundet hatte, rechnet Eder im kommenden Herbst.

"Ich gehe davon aus, dass es im September soweit ist", erklärte der Vorstandsvorsitzende. "Würde ich sagen, dass das noch vor dem Sommer geschieht, wäre ich ein großer Optimist."

Der ÖIAG-Aufsichtsrat hat am 7. Mai einstimmig beschlossen, den Erzberg als operatives Herzstück aus der bis 2006 zur Gänze zu privatisierenden Bergbauholding heraus zu lösen und gesondert zu verkaufen. Der Verkaufsprozess soll noch heuer gestartet werden, hatte es aus der Staatsholding vor knapp einem Monat geheißen. Ein Privatisierungsszenario wird der ÖIAG-Vorstand dem Aufsichtsrat am 18. Juni vorlegen. Der Verkauf des Erzbergs bedarf einer europaweiten Ausschreibung.

Die Voest hat beim Erzberg einen Abnahmevertrag bis 2007 (mit einer Verlängerungsoption bis 2015) laufen. Der Erzberg als Rohstofflieferant (Eisenerz) hat für den Linzer Stahlkonzern wegen der geografischen Nähe zu den Standorten in Oberösterreich und der Steiermark den Vorteil, quasi vor der Tür zu sein.(APA)