Berlin - Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ist gegen die weltweite Angleichung der Steuersysteme und die Einführung von Mindeststeuern. Ihre am Donnerstag beginnende Konferenz in Berlin zielt nach OECD-Angaben darauf ab, die Initiative "zur Eindämmung steuerschädlicher Praktiken" voranzutreiben.

Die OECD-Staaten müssten in die Lage versetzt werden, "sicherzustellen, dass die gesetzlich fälligen Steuern auch bezahlt werden", erklärter Vertreter der Organisation am Mittwoch in Berlin.

Gegen Steuer-Oasen, Tricksereien und Betrug

Die OECD-Initiative richtet sich auch gegen Steuer-Oasen, Tricksereien und Betrug. Den Ländern solle nicht vorgeschrieben werden, wie sie ihr Steuerkonzept gestalteten. Eine strikte Einhaltung der Landesgesetze könne für mehr Einnahmen sorgen, was wiederum Steuersenkungen ermögliche.

Nötig seien mehr Transparenz und Informationsaustausch zwischen den OECD-Ländern. Die OECD räumte aber ein, dass es ihr letztendlich an Druckmitteln fehle, Absprachen und Vorgaben für die Staaten durchzusetzen.

An der Konferenz, die am Freitag zu Ende geht, nehmen laut OECD mehr als 100 Delegierte aus 44 Staaten teil. Die Eröffnungsrede hält der deutsche Finanzminister Hans Eichel. Deutschland und Frankreich sind für Mindeststeuern für Unternehmen in der EU. (APA/AP)