Bild nicht mehr verfügbar.

2003 betrugen die Umsätze des Lebensmitteleinzelhandels (exklusive Hofer/Lidl) 11,731 Mrd. Euro und stiegen somit gegenüber 2002 um 2,1 Prozent. Bei einer Inflationsrate von 1,3 Prozent bedeute dies ein leichtes reales Wachstum.

Foto: APA/Kiefer
Wien - Die Konzentration in Österreichs Lebensmitteleinzelhandel nimmt weiter zu. Wie aus den heute, Mittwoch, von ACNielsen veröffentlichten jüngsten Strukturdaten hervorgeht, entfiel 2003 auf die beiden größten Lebensmittelketten des Landes, Rewe und Spar, ein Marktanteil am Umsatz gemessen von 71,1 Prozent, gegenüber 68,4 Prozent im Vorjahr. Rewe Austria (Billa, Merkur, Mondo/Penny, Emma) konnte seine Marktführerschaft mit einem Anteil von 36,9 Prozent weiter ausbauen, Spar war jedoch mit einer Steigerung von 32,6 auf 34,2 Prozent der Wachstumssieger 2003. Der Einkauf beim Diskonter wird auch in Österreich immer beliebter.

2003 betrugen die Umsätze des Lebensmitteleinzelhandels (exklusive Hofer/Lidl) 11,731 Mrd. Euro und stiegen somit gegenüber 2002 um 2,1 Prozent. Bei einer Inflationsrate von 1,3 Prozent bedeute dies ein leichtes reales Wachstum, was ACNielsen als "Aufschwung im Lebensmittelhandel" wertet.

Strukturbereinigung

Die Strukturbereinigung im österreichischen LEH hat sich auch 2003 fortgesetzt. Viele kleine Händler schlossen die Pforten für immer und sorgen so für einen, wenn auch im Vergleich zu den Vorjahren gebremsten Rückgang der Nahversorgungsquote. So halten laut ACNielsen die kleinen Geschäfte bis 250 m2 im Jahr 2003 erstmals einen Anteil von unter 10 Prozent am Umsatzkuchen, stehen aber anzahlmäßig immer noch für 41 Prozent der Lebensmittel-Geschäfte in Österreich. Supermärkte (Geschäfte zwischen 400 und 1.000 m2) zeigten 2003 mit einem Umsatzwachstum von 7 Prozent den deutlichsten Aufwärtstrend. Auch die Zahl der Verbrauchermärkte (Shops über 1.000 m2) habe zugenommen.

Beim Marktführer Rewe wurden im abgelaufenen Jubiläumsjahr die Mondo-Märkte auf das internationale Diskontformat der Rewe - Penny - umfirmiert. Im November 2003 hat sich mit Sutterlüty (ehemals Spar) der erste selbstständige Kaufmann der Rewe angeschlossen.

Spar am stärksten gewachsen

Die Nummer 2 am österreichischen Lebensmittelhandel - Spar - ist 2003 nach ACNielsen am stärksten gewachsen, nicht zuletzt auf Grund einer "Nachwirkung" der Maximarkt-Übernahme im Jahr 2002, aber auch durch gezielte Eigenexpansion, heißt es.

Im Schatten der beiden Handelsriesen habe sich Zielpunkt wieder sehr erfolgreich entwickelt. Das Softdiskontkonzept sei aufgegangen, daneben seien auch bei Tengelmann Österreich die Weichen Richtung Hard-Diskont, mit der Einführung von Plus, gestellt worden.

Trend zu Diskont

Die beiden Diskonter Hofer und Lidl setzten 2003 mit 33 bzw. 14 neuen Standorten ihre Filialexpansion fort, worauf der klassische Lebensmittelhandel mit neuen Diskontformaten wie Penny (Umbenennung der Rewe-Diskonttochter Mondo) und Plus (Tengelmann) konterte. Hofer hält jetzt bei 310 und Lidl bei 86 Filialen. Hofer und Lidl gemeinsam werden von ACNielsen im Jahr 2003 auf ein Umsatzvolumen von 2,7 Mrd. Euro geschätzt. Beide Harddiskonter entwickelten sich damit weiter positiver als der klassische Lebensmittelhandel.

Der Trend zu Diskont ist unverkennbar, heißt es in der Mitteilung. So gaben bei einer Befragung im April 2004 (Basis 1000 Personen) fast 90 Prozent der Befragten an, zumindest gelegentlich beim Diskonter einzukaufen. 49 Prozent der Diskonter-Kunden wiederum tätigen 50 Prozent oder mehr ihrer Einkäufe bei Diskontern. Grund dafür scheint eine vom Konsumenten subjektiv erlebte Inflation zu sein, so AC Nielsen. So gaben 74 Prozent der Befragten an, dass sie "mehr" oder "viel mehr" als früher für Lebensmittel und Körperpflege ausgeben.

Die von ACNielsen seit 1964 jährlich durchgeführte Erhebung der Strukturdaten umfasst den österreichischen Lebensmitteleinzelhandel ohne Hofer und Lidl. (APA)