Wien - Voest-Konzernchef Wolfgang Eder sieht durch den momentan enormen Nachfrageboom bei Stahl (vor allem in China) weiter steigende Rohstoffpreise "auf uns zukommen". Wie Eder am Mittwoch bei der Bilanzpräsentation in Wien ankündigte, werde man diese Mehrkosten jedoch in Form höherer Stahlpreise in gleichem Ausmaß an die Abnehmer weitergeben.

Den "Hype" auf der Rohstoffseite (Erz, Koks, Schrott) sieht der Boss des größten heimischen Stahlkonzern innerhalb der nächsten 24 Monate mit wieder abflachender Tendenz. Allerdings werde das Preisniveau bei den Rohstoffen "nie wieder so sein wie vor eineinhalb Jahren", weil sich die Nachfragekonstellation weltweit verändert habe.

Keine Versorgungsprobleme

"Versorgungsprobleme sollten wir keine haben", sieht Eder sein Unternehmen "rohstoffmäßig gut aufgestellt", vor allem wegen der geografisch guten Lage. Erz etwa beziehe man im Inland vom Erzberg und im Ausland beispielsweise aus der relativ nahe gelegenen Ukraine. Um sich gegen Versorgungsengpässe bei Koks abzusichern, wolle man sich demnächst an einer Kokerei beteiligen.

Das Werk in Krems, das zur Voest-Division Profilform gehört, litt zuletzt freilich unter der weltweiten Stahlknappheit, ausgelöst durch den Konjunkturboom in China, das zur Zeit Stahl und die dafür notwendigen Rohstoffe vom internationalen Markt gleichsam absaugt.

Ihrem Profile-Werk in Krems, das Profile und Formrohre produziert, musste die voestalpine deshalb wegen eines Lochs von 100.000 Tonnen Stahl kürzlich eine einwöchige Zwangspause verorden. In der 21. Kalenderwoche , in die Christi Himmelfahrt fiel, war die Produktion der niederösterreichischen Fabrik kurzzeitig gestoppt worden. Ein Teil der rund 640 Mitarbeiter zählenden Belegschaft war von dem Produktionsausfall betroffen und hatte Urlaub abbauen müssen. Weitere Ausfälle werden im Konzern aus heutiger Sicht ausgeschlossen: "Das war ein einmaliger Stolperstein."(APA)