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Der Präsident der 58. Session der UN-Generalversammlung, Julian R. Hunte, über die Ziele der UNO: "Beim Ringen gegen die Armut, die Krankheit und die politische Instabilität: Dort liegt unser wahrer Kampf."

Foto: EPA/JTIN LANE
Wien - Die Vereinten Nationen müssten zu Beginn des 21. Jahrhunderts zu einer "glaubwürdigeren, repräsentativeren und effektiveren Organisation" werden - und jede Reform, die diesem Zweck diene, sei hoch willkommen. Dies sagte der Präsident der 58. Session der UN-Generalversammlung, Julian R. Hunte, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien.

Zudem mahnte Hunte dazu, die im "Millennium Development Goal" festgehaltenen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen energisch zu verfolgen. "Beim Ringen gegen die Armut, die Krankheit und die politische Instabilität: Dort liegt unser wahrer Kampf."

In diplomatisch verklausulierter Form meinte Hunte in Bezug auf den Irakkrieg, "jüngste Ereignisse", bei denen Staaten Initiativen ergriffen hätten, ohne sich um eine UNO-Resolution zu kümmern, hätten den Reformbedarf der Weltorganisation deutlich vor Augen geführt. Die Entwicklung, die sich seither im Nahen und Mittleren Osten ergeben habe, zeige aber auch, dass beim Management solcher Krisen ein multilaterales Vorgehen unabdingbar sei.

Was die Generalversammlung der Vereinten Nationen betreffe, so müsse etwa deren Verhältnis zum Sicherheitsrat effektiver gemacht werden, zugleich müsste aber auch das gesamte System der Verantwortlichkeiten neu überdacht werden. Der Präsident hofft, dass entsprechende Reformbestrebungen bereits Ende Juli erste Früchte tragen werden.

Zur Größe des Sicherheitsrates meinte Hunte, dass dazu eine "erhitzte Debatte" im Gang sei. Hunte, der sich zu einem sechstägigen Besuch in Österreich aufhält, ist neben seiner temporären Funktion als Vorsitzender der UN-Generalversammlung auch noch Außen- und Handelsminister des Karibikstaates Santa Lucia. (win/DER STANDARD, Printausgabe, 3.6.2004)