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Bush zieht Vergleiche zwischen Pearl Harbour und dem 11. September

Foto: APA/AP/Charles Dharapak
Colorado Springs/Paris - US-Präsident George W. Bush hat den unter seiner Präsidentschaft eingeleiteten Kampf Amerikas gegen den internationalen Terrorismus mit der Mission der USA im Zweiten Weltkrieg verglichen. In einer Rede vor Graduierten der Luftwaffen-Akademie in Colorado Springs wies Bush zudem Vorwürfe von Kritikern zurück, der im Namen der Terrorismus-Bekämpfung geführte Militär- Einsatz der USA in Afghanistan und im Irak habe in der moslemischen Welt zu einer Radikalisierung geführt.

Anspielung auf den japanischen Angriff auf die US-Flotte in Pearl Harbor

"Wie im Zweiten Weltkrieg begann auch unser jetziger Konflikt mit einem ruchlosen Überraschungsangriff auf die USA", sagte Bush in Anspielung auf den japanischen Angriff auf die US-Flotte in Pearl Harbor und die Anschläge vom 11. September 2001 in New York und bei Washington. "Wir werden diese Ruchlosigkeit nicht vergessen und uns mit nicht weniger als dem Sieg über die Feinde zufrieden geben."

Besatzung des eigenen Landes wäre "unerträglich"

In einem Interview mit der französischen Zeitung "Paris Match" meinte Bush, nicht alle Kämpfer im Irak und in Afghanistan seien Terroristen. Die Selbstmordattentäter seien Terroristen, doch andere könnten einfach die Besatzung nicht ertragen. "Ich selbst könnte es nicht ertragen, wenn mein Land besetzt wäre", sagte der amerikanische Präsident weiter. Deshalb erhalte der Irak seine Souveränität zurück.

Nichtsdestotrotz bekräftigte Bush seinen Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Zu diesem Zweck sei ein Vier-Punkte-Plan ausgearbeitet worden, der in Kürze der Öffentlichkeit präsentiert werde. "Die beste Möglichkeit, die Vereinigten Staaten zu schützen, ist es in der Offensive zu bleiben", so Bush.

Früchte des US-Einsatzes

Der Einsatz der USA trage bereits Früchte. Im ganzen Nahen Osten beginne jetzt die Freiheit zu wachsen, erklärte Bush. "Kurzfristig werden wir mit jeder Regierung in Nahost zusammenarbeiten, die entschlossen ist, die terroristischen Netzwerke zu zerschlagen. Längerfristig dürfen wir einen höheren Standard von Reform und Demokratie erwarten", sagte er.

Kerry-Antwort

In einer Stellungnahme zu den Ausführungen des Republikaners Bush sagte dessen Herausforderer bei den Präsidentenwahlen, der Demokrat John Kerry: "Es waren die Massenvernichtungswaffen, die dem Kongress als primäre Ursache und primärer Grund für unser militärisches Engagement genannt wurden. Ich denke deshalb, damit wird Amerika nun erneut hinters Licht geführt, offen gesprochen", sagte Kerry vor Journalisten in Florida.

Bush beginnt heute einen mehrtägigen Besuch in Europa. Im Mittelpunkt steht die Teilnahme an den Gedenkfeiern zum 60. Jahrestag der Landung alliierter Truppen in der Normandie während des Zweiten Weltkriegs.

Treffen mit Berlusconi und dem Papst

Bushs erste Station in Europa ist am Freitag Rom, wo er mit Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi, Regierungschef Silvio Berlusconi und mit Papst Johannes Paul II. zusammenkommen wird. Am Samstag trifft Bush in Paris den französischen Präsidenten Jacques Chirac und nimmt dann am Sonntag, dem 6. Juni, im Kreis zahlreicher Staats- und Regierungschefs an den D-Day-Feierlichkeiten in der Normandie teil. (APA/Reuters/dpa)