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In Heathrow wurde geduldig gewartet

Foto: REUTERS/Ken Mainardis
London - Eine Computerpanne hat Donnerstag früh alle britischen Flughäfen weitgehend lahm gelegt. Zeitweise wurden die meisten Starts auf unbestimmte Zeit verschoben. Nachdem das Problem im Zentralcomputer der privatisierten Nationalen Flugüberwachung behoben war, kam der Verkehr am Vormittag langsam wieder in Gang.

Allerdings mussten Zehntausende Reisende im ganzen Land mehrstündige Verspätungen in Kauf nehmen. Viele Destinationen wurden abgesagt. Der größte Flughafen Europas, London-Heathrow, meldete "ernsthafte Probleme". Die Opposition machte die Regierung von Premierminister Tony Blair für das Chaos verantwortlich.

Keine Sabotage

"Wir kümmern uns jetzt um die Verspätungen. Alle Flughäfen in England und Wales sind betroffen. ... Es war keine Sabotage."

Nur zwei Flieger von Wien mit Verspätung abgeflogen

Die Panne bei der Flugsicherung am Londoner Flughafen Heathrow am Donnerstag hat am Wiener Airport Schwechat nur geringe Auswirkungen gehabt, wie Sprecher Hans Mayer erklärte. Je eine Maschine der Austrian Airlines und der British Airways nach London konnten erst mit rund zweistündiger Verzögerung abheben, sagte er. Ein ankommendes Flugzeug setzte rund eine Stunde zu spät auf der Schwechater Landebahn auf.

Computerproblem durch neue Software

Der Chef der Flugüberwachung, Richard Everitt, erklärte, das Computerproblem sei nach einem nächtlichen Test mit einer verbesserten Software-Version aufgetreten: "Natürlich haben wir es nicht vorhergesehen." Er entschuldigte sich, beteuerte aber, dass die Sicherheit von Passagieren zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen sei. Die Entscheidung zur Verschiebung der Starts sei gerade deshalb getroffen worden, damit sich die Flugüberwachung ganz auf die Maschinen konzentrieren konnte, die bereits in der Luft waren oder gerade landeten. Verkehrsminister Alistair Darling versicherte, das britische System hebe sich positiv von dem anderer Länder ab.

Kritik an Teilprivatisierung Doch der konservative Oppositionsführer Michael Howard bezeichnete die Panne als "weiteres Beispiel für die Inkompetenz der Regierung". Die Regierung Blair hatte die Nationale Flugüberwachung in den vergangenen Jahren gegen erbitterten Widerstand aus den eigenen Reihen teilprivatisiert. Kritiker wie Blairs ehemaliger Verkehrs- Staatssekretär Gavin Strang argumentierten, Flugsicherheit und Geldverdienen passten nicht zusammen. Doch die Regierung verwies darauf, dass das neue Unternehmen die modernste Luftraumüberwachung überhaupt einführen werde.(APA/Reuters)