Große Bundesländerprojekte im Bereich der elektronischen Verwaltung sollen künftig verstärkt auch in anderen Bundesländern eingesetzt werden. Beispiel: die Formularoffensive des Landes Steiermark, bei der ein "Formularserver" die Notwendigkeiten der unterschiedlichen Ämter abdeckt. Andere Bundesländer haben bereits signalisiert, das System übernehmen zu wollen.

"E-Government-Konferenz"

Allerdings, führt Franz Grandits von der Steiermärkischen Landesregierung anlässlich einer "E-Government-Konferenz" im Wiener Rathaus aus, besteht aus Föderalismusgründen kein Muss zu einer solchen Übernahme in der Verwaltung. Es seien eher ökonomische Überlegungen, die dazu führen, meint Christian Rupp vom E-Government-Exekutivsekretär des Bundes.

Um die große Linie quer über Österreich einheitlich zu halten, gebe es etwa einen "E-Government Styleguide", der einheitliches Aussehen und Verhalten von digitalen Formularen sichert und nach dem sich Bund, Ländern und Gemeinen ausrichten.

Die Steiermark hat für die Entwicklung des Formularservers bis dato 200.000 Euro aufgewendet; bei der Implementierung wird "ein Mehrfaches davon" anfallen, erklärt Grandits. Bei einer Übernahme durch ein anderes Bundesland würden zwischen 50.000 und 200.000 Euro an die Steiermark zurückfließen.

Nicht rechtzeitig möglich

Zu Vorwürfen des Fachverbandes Unternehmensberatung und Informationstechnologie - diese hatten moniert, zu spät in Schnittstellen- und Standardfragen informiert zu werden - erklärte Arthur Winter, Sektionschef im Finanzministerium, dass man in diesem Bereich abhängig von der Legislative sei: "Bei einer kurzfristigen Änderung der Gesetzeslage ist es uns oft nicht rechtzeitig möglich, die Schnittstellen nach außen zu adaptieren." (ruz, DER STANDARD PRintausgabe, 3. Juni 2004)