Die nordkoreanische Regierung hat einem AP-Reporterteam Einreisevisa verweigert. Der Korrespondent und der Fotograf des Deutschen Dienstes der Nachrichtenagentur Associated Press wollten die Bundestagsdelegation begleiten, die am Donnerstag unter Führung des CSU-Abgeordneten Hartmut Koschyk zu politischen Gespräche in Nord- und Südkorea aufbrechen wollte. Die Bundesregierung ebenso wie Koschyk hatten zuvor auf hoher Ebene versucht, die Regierung in Pjöngjang zur Erteilung der Visa zu bewegen. Sie kritisierten die Einreiseverweigerung.

Die sechsköpfige Delegation der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe mit Mitgliedern aller Fraktionen will bis 12. Juni in Nord- und Südkorea neben Höflichkeitsbesuchen bei hohen politischen Würdenträgern Hilfsprojekte im Nordteil der Halbinsel besichtigen. Auch eine Dialogveranstaltung mit nordkoreanischen Institutionen ist geplant.

Ablehnung ohne Angabe von Gründen

Die übrigen Medienvertreter, denen die Abgeordneten die Mitreise angeboten hatten, haben Visa erhalten. Schon vor einigen Tagen hatten die nordkoreanischen Behörden Journalisten der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", die über die Eröffnung eines Lesesaals des Goethe-Instituts berichten wollten, nicht einreisen lassen. Gründe für die Ablehnung nannten die nordkoreanischen Behörden nicht. Vor zwei Jahren hatte ein Korrespondent der Associated Press mit der Bundestagsgruppe nach Nordkorea einreisen dürfen.

Regierungssprecher Bela Anda erklärte, die Bundesregierung und das Auswärtige Amt hätten sich im Vorfeld der Reise Koschyks "hochrangig und mit Nachdruck" für die Erteilung von Journalistenvisa eingesetzt. "Die Bundesregierung bedauert die nunmehr erfolgte Entscheidung, zwei Journalisten die Visa nicht auszustellen. Sie hat dies der nordkoreanischen Seite gegenüber zum Ausdruck gebracht."

Koschyk nannte die Entscheidung "aus mehreren Gründen nicht nachvollziehbar und nicht akzeptabel". Er verwies darauf, dass die AP-Berichterstattung 2002 "den Behörden der Demokratischen Volksrepublik Korea keinerlei Anlass zu Beanstandungen gegeben habe". Zum anderen entspreche diese Entscheidung nicht dem Geist der im Jahr 2001 aufgenommenen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Demokratischen Volksrepublik Korea, "bei denen von deutscher Seite von Anfang an darauf Wert gelegt wurde, dass deutsche Medien über die mit deutschen Steuermitteln ermöglichten humanitären Hilfsleistungen für die Menschen in der Demokratischen Volksrepublik Korea berichten können". (APA/AP)