Frankfurt - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Leitzinsen in der Euro-Zone wie an den Finanzmärkten erwartet unverändert gelassen. Der für die Refinanzierung der Geschäftsbanken maßgebliche Schlüsselzins betrage weiterhin 2,00 Prozent, teilte die EZB am Donnerstag nach ihrer Ratssitzung in Frankfurt mit. Der Zins liegt damit seit einem Jahr auf dem niedrigsten Niveau der Nachkriegszeit. Die Zentralbank begründete die Entscheidung zunächst nicht und verwies auf die Pressekonferenz mit EZB-Präsident Jean-Claude Trichet ab 14.30 Uhr MESZ.

Im Mittelpunkt des Interesses steht dabei, wie die EZB die Folgen des starken Ölpreisanstiegs für die Preisstabilität einschätzt. Bisher sah die EZB angesichts der nur langsamen Konjunkturerholung und niedriger Inflation keinen Grund, sich bereits auf eine Zinserhöhung festzulegen und ließ sich damit die Möglichkeit einer weiteren geldpolitischen Lockerung offen.

Ölpreisanstieg

Inzwischen droht der starke Ölpreisanstieg aber die Zentralbank in ein Dilemma zu bringen: Die Verteuerung von Energie kann die Inflation einerseits erhöhen, andererseits aber - wenn sie von Dauer ist - als Belastungsfaktor der Konjunktur die Nachfrage und damit das Preisniveau dämpfen. Die EZB wird deshalb nach Einschätzung vieler Volkswirte weiter abwarten und frühestens zum Jahresende die Zinsen erhöhen.

Die Zentralbank ließ auch den Zinskorridor für den Geldmarkt unverändert. Die Sätze dafür betragen weiterhin 1,00 Prozent für Übernachteinlagen der Banken bei der EZB und 3,00 Prozent für Übernachtkredite.(APA)