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Für den Parteichef der konservativen Partido Popular (PP), Mariano Rajoy, steht viel auf dem Spiel. Die Konservativen möchten Revanche nehmen für die Wahlniederlage bei den Parlamentswahlen (im Bild zu sehen sind Rajoy und der ehemalige Premier Jose Maria Aznar am Wahlabend).

Foto: REUTERS/Jose Manuel Ribeiro
Madrid - Niemand gibt es offen zu. Aber für viele Politiker in Spanien ist die Europawahl eine "zweite Runde" der denkwürdigen Parlamentswahl vom 14. März. Damals hatten die Sozialisten (PSOE) - drei Tage nach den Attentaten von Madrid - überraschend gewonnen und die konservative Volkspartei (PP) nach acht Jahren von der Macht verdrängt. Seither bekommt der neue Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero (PSOE) immer wieder zu hören, er verdanke seinen Sieg damals nur der außergewöhnlichen Stimmung im Lande.

Bei der Europawahl wollen die Sozialisten nun beweisen, dass sie die Mehrheit der Spanier hinter sich haben. Dagegen will die PP für die Niederlage vom 14. März Revanche nehmen. Für ihren Parteichef Mariano Rajoy steht viel auf dem Spiel. Verliert die PP auch diese Wahl, wird seine Position als Oppositionsführer ernsthaft geschwächt. Dann dürften sich schon bald Rivalen in der PP nach vorne drängen.

Im Wahlkampf gehen die Sozialisten besonders auf die Lage im Irak ein, denn der Abzug der spanischen Soldaten brachte Zapatero viele Sympathien. Die PP rückte dagegen EU-Themen in den Vordergrund. Sie legt der PSOE zur Last, in Brüssel spanische Interessen nicht hartnäckig genug zu verteidigen. Nach Umfragen liegen die Sozialisten deutlich vorne. (APA/dpa)