Wien - Der internationale Großspediteur ("Logistikdienstleister") Schenker konnte 2003 den Umsatz in der Region Österreich und Südosteuropa gegenüber 2002 um 8,9 Prozent auf 1,02 Mrd. Euro steigern.

Der Bilanzgewinn habe 18,9 Mio Euro betragen und dem Vorjahresniveau entsprochen, erklärte Schenker-Chef Elmar Wieland am Donnerstag vor Journalisten.

Besonders gut habe sich das Geschäft in den von Wien aus betreuten Ländern Slowenien, Tschechien, Ungarn und Bulgarien entwickelt. Für 2004 erwartet sich Wieland eine mit 2003 vergleichbare Entwicklung.

796 Millionen Euro in Österreich

In Österreich sei der Umsatz im vergangenem Jahr auf 796 Mio. Euro angewachsen (plus drei Prozent gegenüber 2002). Insgesamt betreibt der Logistiker 83 Geschäftsstellen mit 3.500 Mitarbeitern in Österreich und Südosteuropa. Rund 1.750 Beschäftigte arbeiten hierzulande, an eine Auslagerung von Geschäftsteilen in die neuen Beitrittsländer werde nicht gedacht.

Auch wenn das österreichische Steuersystem ein guter Grund wäre, ins Ausland abzuwandern, warnte Wieland, der sich "massive Sorgen" um den Wirtschaftsstandort Wien macht. "Wenn ich ehrlich bin, muss ich mich fragen, warum ich mein Hauptquartier nicht in Bratislava habe", so der Schenker-Boss.

Zufrieden zeigte sich Wieland über die "starke Steigerung" bei den abgefertigten Sendungen. Mit 6,15 Mio. Lieferungen habe man 2003 gegenüber 2002 um 14,2 Prozent zugelegt. Von den 28,1 Mio. Euro an Gesamtinvestitionen 2003 seien rund 14 Mio. Euro auf Österreich entfallen, diese Entwicklung soll 2004 fortgesetzt werden.

"Highlights" des Jahres 2003 seien die Übersiedlung von Unterpremstätten in das Cargo Center Graz-Werndorf, die Eröffnung des Logistikzentrums in Innsbruck, die Erweiterung des Logistik-Centers Prag sowie der Neubau des Speditionsterminals in Bratislava gewesen. Ein Schwerpunkt des Jahres 2004 soll die Logistik für die Olympischen Spiele in Athen sein.

Kritik an der Regierung

Kritik gab es einmal mehr für die Verkehrspolitik der Regierung. Die seit Jahresbeginn 2004 geltende Lkw-Maut sei eine "Steuer", die man zu 100 Prozent an die Transportauftraggeber weiterverrechne, so Wieland. Schenker würde rund eine Million Euro pro Monat an Mautgebühren abwicklen.

Die Reform der ÖBB bezeichnete Wieland als "Reförmchen mit bescheidenen Zielen", die zu mehr Bürokratie und Koordinationsproblemen führe, was man schon jetzt bei den Problemen mit der Gründung der Untergesellschaften merke.

Besonders verärgert reagiert der Schenker-Boss auf die EU-Politik Österreichs. "Die Politiker sagen der Bevölkerung nicht die Wahrheit", so seine vernichtende Analyse. Als Beispiel nannte er das Auslaufen der Ökopunkteregelung. Diese Tatsache sei schon seit Jahren bekannt gewesen, dennoch habe sich das offizielle Österreich plötzlich überrascht über das Ende der Lkw-Kontingentierung gezeigt. (APA)