Luxemburg - Die rote Laterne als kleinstes Land in der EU und im Parlament hat Luxemburg am 1. Mai an Malta abgegeben. Das Großherzogtum hat sechs Sitze, Malta nur fünf. In Luxemburg, dem neben Belgien und Griechenland einzigen "alten" EU-Land mit Wahlpflicht, sind knapp 230.000 Wahlberechtigte aufgerufen, unter sieben Parteien mit 84 Kandidaten zu wählen. Die Wahllokale schlossen am 13. Juni nach nur sechs Stunden bereits um 14.00 Uhr.

Luxemburg, das den Europäischen Gerichtshof und den Rechnungshof der Union beherbergt, stellte bereits zwei EU-Kommissionspräsidenten: Gaston Thorn (1980-1984) und Jacques Santer (1994-1999). Santer (67) sagt dem EU-Parlament und der Politik adieu und ist künftig Aufsichtsratsvorsitzender von Europas größten Medienkonzern RTL.

Zugpferd von Santers Christlich-Sozialer Volkspartei (CSV) bleibt indes Premierminister Jean-Claude Juncker. Der dienstälteste europäische Regierungschef hat angekündigt, nach den zeitgleich stattfindenden Nationalwahlen Premier in Luxemburg bleiben zu wollen. Chancen auf einen Einzug ins Straßburger Parlament haben neben der CSV die Sozialistische Arbeiterpartei (LSAP), die Demokratische Partei (DP) und die Grünen (Dei Greng) sowie die Rechtspopulisten des Aktionskomitees für Demokratie und Rentengerechtigkeit (ADR). (APA/dpa)