Khartum - Die UNO-Menschenrechtsexpertin Asma Jahangir ist zu Ermittlungen über Menschenrechtsverletzungen in die sudanesische Krisenregion Darfur gereist. Die Sonderbeauftragte der UNO-Menschenrechtskommission für außergerichtliche Hinrichtungen sei am Donnerstag in die größte Stadt Darfurs, Nyala, gestartet, teilte die UNO in der sudanesischen Hauptstadt Khartum mit. Der sudanesische Außenminister Najib al-Khair Abdel Wahab sagte, die Regierung sei bereit, Jahangirs Mission zu unterstützen.

Seit Februar 2003 kämpfen in Darfur arabische Milizen unterstützt von der sudanesischen Regierung gegen zwei Rebellenorganisationen schwarzafrikanischer Ethnien. Im April unterzeichneten beide Seiten einen Waffenstillstand, der jedoch bisher nicht eingehalten wird. Mindestens 10.000 Menschen wurden bei den Kämpfen getötet. Die gewaltsamen Übergriffe der Milizen trieben eine Million Menschen in die Flucht.

US-Experte befürchtet bis zu eine Million Tote

Ein US-Experte rechnet mit bis zu einer Million Toten in der sudanesischen Krisenregion Darfur, wenn nicht bald Hilfslieferungen dort eintreffen. Selbst wenn die Hilfe jetzt anlaufe, könnten immer noch mehr als 300.000 Menschen sterben, sagte der Chef der US-Hilfsorganisation USAID, Andrew Natsios, bei einer Geberkonferenz am Donnerstag in Genf. Seit Februar 2003 kämpfen arabische Reitermilizen unterstützt von der sudanesischen Regierung in Darfur gegen Rebellenorganisationen schwarzafrikanischer Ethnien. Ein im April unterzeichneter Waffenstillstand wird bisher nicht eingehalten.

Die Europäische Union wird für humanitäre Hilfe in der Konfliktregion Darfur weitere zehn Millionen Euro bereitstellen. Wie die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel erklärte, soll das Geld für den unmittelbaren Bedarf von bis zu einer Million Opfern des Konflikts eingesetzt werden. Wichtig sei, dass die Hilfe schnell erfolge, sagte EU-Kommissar Poul Nielson. Deshalb sei es besonders entmutigend, dass die Mitarbeiter von Hilfsorganisationen unnötigen bürokratischen Auflagen für die Einreise unterworfen würden und Helfer von den Konfliktparteien angegriffen worden seien. Die EU hatte zvor bereits 9,2 Millionen Euro für Darfur genehmigt. (APA)