Stockholm - Entgegen dem EU-weiten Trend zur Abstrafung der nationalen Regierungen haben die schwedischen Sozialdemokraten die Europawahl vom Sonntag gewonnen. Sie kamen nach Ergebnissen der Wahlkommission vom Montag auf 24,7 Prozent der Stimmen und erhalten damit fünf der 19 Sitze Schwedens im Straßburger Parlament. Einen großen Erfolg verbuchte die europaskeptische Juni-Partei, die erst kurz vor der Wahl gegründet worden war. Sie belegte mit 14,4 Prozent der Stimmen und drei Mandaten auf Anhieb den dritten Platz.

Vor der Juni-Partei lag noch die größte Oppositionsgruppierung, die Moderate Sammlungspartei, mit 18,1 Prozent und vier Mandaten. Die Linkspartei, die der Europäischen Union ebenfalls skeptisch gegenüber steht, gewann 12,8 Prozent und erhält damit zwei Parlamentssitze.

Analysten zufolge profitierten die Europaskeptiker, die ihre Anhänger erfolgreich mobilisieren konnten, von der niedrigen Wahlbeteiligung. Diese betrug 37 Prozent. Die Liberalen kamen der Wahlkommission zufolge auf 9,8 Prozent und zwei Parlamentssitze. Die Grünen erzielten 5,9 Prozent, die Zentrumspartei 6,3, die Christdemokraten 5,7 Prozent. Alle drei Parteien können mit je einem Sitz in Straßburg rechnen. (APA/AP)