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Der Partei von Premier Ahern wird eine Wahlniederlage prophezeit.

Foto: EPA/GEORGI LICOVSKI
Dublin/London - Die betagte Regierungsmaschine des irischen Ministerpräsidenten Bertie Ahern ist in den vergangenen Wochen stärker beansprucht worden denn je. 24 europäische Hauptstädte und Regierungssitze steuerte er damit an, um die Verhandlungen über die geplante EU-Verfassung voranzutreiben. Der Taoiseach ("Tieschok" gesprochen), wie sein gälischer Amtstitel lautet, hat sich auf dem Parkett der europäischen Politik große Anerkennung erworben. Zuhause allerdings ist er nicht unbedingt wohlgelitten.

Nach den Worten von Oppositionsführer Pat Rabbitte führt Ahern gar die unpopulärste Regierung der irischen Geschichte. Für die Europawahl prophezeit der Labour-Chef: "Es könnte sein, dass die Regierungsparteien eine noch größere Schlappe erleiden, als die Umfragen sowieso schon vorhersagen."

Seine Kritiker werfen Ahern und seiner konservativen Partei Fianna Fail unter anderem gebrochene Wahlversprechen und Korruption vor. Verschiebungen deuten sich auch in der britischen Provinz Nordirland an: Dort stellen sich zwei politische Schwergewichte - Friedensnobelpreisträger John Hume und Protestantenführer Ian Paisley - nach 25 Jahren nicht mehr zur Wahl. Gleichzeitig könnte die IRA- nahe Partei Sinn Fein ihren ersten Sitz im Europaparlament gewinnen. (APA/dpa)