Budapest - Die erste Wahl für das Europaparlament in Ungarn gilt bei allen politischen Parteien als Test für die Regierung in Budapest. So sieht es der Spitzenkandidat der rechtskonservativen Oppositionspartei Fidesz, Pal Schmitt, so sieht es aber auch der parteilose Ministerpräsident Peter Medgyessy, der seit zwei Jahren an der Spitze einer sozial-liberalen Koalition regiert. Er hofft bei der Europawahl auf ein Vertrauensvotum für seine Regierung.

Mit drastischen Sparmaßnahmen hat sich die Regierung in diesem Jahr bei vielen Ungarn unbeliebt gemacht. Die Einsparungen sind auch das bestimmende Thema im Wahlkampf. Meinungsumfragen zufolge liegt die größte Oppositionspartei Fidesz zehn Prozentpunkte vor den Sozialisten. Die Fidesz fordert einen Stopp der Privatisierungen und mehr staatliche Mitteln für Landwirtschaft und Wohnungskauf.

Während die Oppositionsparteien mit Plakaten für ihre EU- Parlamentskandidaten werben, haben sich die Sozialisten zunächst mit Wahlwerbung zurückgehalten. Beobachtern zufolge hoffen sie, dass eine geringe Wahlbeteiligung der rund acht Millionen Stimmberechtigten den befürchteten Denkzettel mildern wird. (APA/dpa)