Kurz vor dem Abschluss der Weltkonferenz Erneuerbare Energien in Bonn gab es am Donnerstag neben Absichtserklärungen auch konkrete Zusagen: Der geschäftsführende Weltbank-Direktor Peter Woicke sagte vor den Delegierten aus 111 Ländern zu, die jährlichen Kreditzusagen für Erneuerbare-Energien-Projekte bis 2010 auf 400 Millionen US-Dollar (326 Millionen Euro) im Jahr zu verdoppeln.

Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder überraschte mit einem Angebot an die Entwicklungsländer. Die rot-grüne Regierung, die auch Gastgeber dieser Konferenz ist, stellt in den kommenden fünf Jahren weitere 500 Millionen Euro für den Ausbau erneuerbarer Energieträger und die Energieeffizienz zur Verfügung.

In Zusammenarbeit mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau würden von kommendem Jahr an zinsverbilligte Darlehen für Investitionen in Entwicklungsländern vergeben, so Schröder.

Abhängigkeit vom Öl

Alternative Energien wie Sonne, Wasser und Wind seien die geeignete Antwort auf die hohen Ölpreise und "ein Gebot der Sicherheit", sagte Schröder in seiner Rede. Gerade die politischen Unsicherheiten im Irak und die Anschläge in Saudi-Arabien zeigten, wie wichtig alternative Energieträger seien.

Der britische Premier Tony Blair kündigte in einer Videobotschaft für die Konferenz an, Klimapolitik zu einem Schwerpunkt der G-8-Präsidentschaft 2005 zu machen. Die Bonner Konferenz endet heute, Freitag, mit der Verabschiedung eines Aktionsplans. (DER STANDARD Printausgabe, 04.06.2004)