Bagdad - Die neue irakische Regierung hat Unterstützung von bedeutender Seite bekommen. Der einflussreichste schiitische Geistliche im Irak, Ayatollah Ali al-Sistani, hat der Regierung trotz einiger Vorbehalte seine Unterstützung ausgesprochen.

Das Gremium sei zwar nicht durch Wahlen legitimiert, seine Schaffung sei aber ein Schritt in die richtige Richtung, erklärte er am Donnerstag in einer handschriftlichen Stellungnahme. "Es gibt die Hoffnung, dass diese Regierung beweisen wird, dass sie würdig und integer und entschlossen ist, die ihr auferlegten Mammutaufgaben zu bewältigen." Die Regierung werde Erfolg haben, wenn Ziele wie eine Verbesserung der Sicherheitslage, Wahlen und eine neue UN-Resolution erreicht würden.

Über die Position der Iraker zu dieser Resolution unterrichtet Außenminister Hoshyar Zebari den UNO-Sicherheitsrat in New York. Die Zusammenkunft in New York ist der erste Kontakt zwischen der erst am Dienstag eingesetzten Regierung und dem höchsten UN-Gremium. Zebari gehörte bereits dem bisherigen irakischen Kabinett an. Auch nach den jüngsten Zugeständnissen der USA und Großbritannien an ihre Kritiker bleibt im Sicherheitsrat die Frage der Machtbefugnisse der irakischen Übergangsregierung umstritten. Der neue irakische Präsident Ghazi al-Yawir hat von den USA volle Souveränität für sein Land gefordert. (DER STANDARD, Printausgabe, 4.6.2004)