Wien - Die Österreichtochter des Speditionsriesen Schenker, die auch für die Länder in Südosteuropa zuständig ist, wird sich von rund 80 der 1750 Mitarbeiter trennen. Grund dafür ist der Wegfall des Zollgeschäfts an den Grenzen zu Tschechien, Slowakei, Ungarn und Slowenien nach der EU-Osterweiterung am vergangenen 1. Mai.

Damit die bisher mit Zolldiensten betrauten Mitarbeiter nicht auf der Straße stehen, wurde die Speditionsstiftung Ausped reaktiviert. Diese wurde nach dem EU-Beitritt Österreichs ins Leben gerufen. Bisher wurden in dieser Einrichtung mehr als 1000 Personen auf neue Berufe umgeschult.

"Wir gehen davon aus, dass insgesamt rund 400 Personen in die Stiftung kommen", sagte Schenker-Vorstandsvorsitzender Elmar Wieland bei der Bilanzpräsentation am Donnerstag. In der Region Südosteuropa, die von Wien aus gesteuert wird, beschäftigt Schenker rund 3500 Mitarbeiter.

Zusätzlich zu den in Österreich nicht mehr benötigten 80 Mitarbeitern werden auch 120 Schenker-Beschäftigte in Tschechien, Slowakei, Ungarn und Slowenien ihren Job verlieren. Für diese gibt es keine Stiftungseinrichtung.

14 Millionen Euro Umsatzrückgang

Der Wegfall des Zollgeschäfts wird sich auch in den Umsatzzahlen widerspiegeln. Wieland schätzt den Umsatzentgang für Schenker Österreich auf 14 Mio. Euro, für die gesamte Branche in Österreich auf 100 Mio. Euro.

Die Branchenstiftung ist auf zwei Jahre ausgelegt. Die Kosten von 2,8 Mio. Euro tragen der Bund und die betroffenen Bundesländer zu je einem Viertel, die Speditionsbranche zur Hälfte.

Mit der Geschäftsentwicklung im angelaufenen Geschäftsjahr zeigte sich Wieland angesichts widriger Rahmenbedingungen zufrieden. Der Umsatz in der Region, die 83 Geschäftsstellen umfasst und von Österreich den ganzen Länderbogen hinunter bis Griechenland verläuft, kletterte um 8,9 Prozent auf 1,023 Mrd. Euro, davon 796 Mio. Euro (plus drei Prozent) allein in Österreich.

Der Bilanzgewinn in der Region stagnierte bereinigt bei 18,9 Mio. Euro. Sowohl bei den Landverkehren als auch in der Luft- und Seefracht habe man Gewinne geschrieben, sagte Wieland.

Für heuer rechnet man bei Schenker, die über die Stinnes-Gruppe zur Deutschen Bahn gehört, mit weiteren Zuwächsen. (DER STANDARD Printausgabe, 04.06.2004 stro)