Wien - Im nächsten Jahr kann es allein in der Skiwelt Amade durch idente Semesterferien in großen Teilen Europas zu Verlusten in Höhe von 30 Millionen Euro kommen.

Dieses Schreckensszenario erwartet Rudolf Kaske, Chef der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD), wenn es nicht gelingen sollte, zu einer entzerrten Ferienordnung zu kommen.

Er hat deshalb eine Initiative auf EU-Ebene gestartet und wird das Thema nächste Woche im Tourismus-Sozialpartnerausschuss in Brüssel einbringen. Kaske geht nämlich davon aus, dass "ein geballter Ansturm zur Abwanderung von Stammgästen und in der Folge zu Kündigungen führen wird".

Und Jobs sind gerade im Tourismus Mangelware. 37.181 Arbeitslose waren es im vergangenen Monat. Immer mehr von ihnen wurden sogar in der Hochsaison gekündigt.

Billigarbeitskräfte

Wie DER STANDARD bereits berichtete, werden immer öfter nur mehr so genannte Billigarbeitskräfte beschäftigt. Soll heißen, zumeist in- und ausländische Frauen bzw. geringfügig Beschäftigte. Bei Letzteren stieg der Anteil in sieben Jahren von 8,7 auf 11,8 Prozent. Der Prozentsatz der Teilzeitbeschäftigung nahm von 12,6 auf 18,7 Prozent zu.

Noch im Juni wird Kaske mit den Arbeitgebern jedenfalls Verhandlungen über ein neues Kollektivvertrags-Rahmenrecht beginnen. Dabei soll die Lohntabelle mit derzeit 17 Positionen verkürzt werden.

Vorbild ist die Schweiz, die mit fünf Positionen auskommt. Inhaltlich sollen für die Arbeitnehmer gerechtere Modalitäten bei den Verfallsfristen von Überstundenzuschlägen, bei den Fremdsprachenzuschlägen und bei der Auszahlung von Urlaubs- und Weihnachtsgeldern herauskommen. (DER STANDARD Printausgabe, 04.06.2004 bach)