Die Wiener Journalismus-Fachhochschule wappnet sich für ihr zweites Studienjahr - und ein ähnlich reges Interesse wie zur "Premiere" im Jahr 2003. Studiengangsleiter Reinhard Christl rechnete vor Ende der Bewerbungsfrist am 4. Juni auch diesmal wieder mit über 400 Bewerbungen für die insgesamt 55 Studienplätze. "In diese Größenordnung kommen wir mit Sicherheit", meint er im Gespräch mit der APA. Das erste Studienjahr 2003/2004 sei jedenfalls "sehr gut gelaufen", blickt Christl zurück, im zweiten Jahr wird nun auch planmäßig der Lehrkörper aufgestockt.

Zwei Stellen gilt es zu besetzen: Eine Forschungsprofessur im Bereich Kommunikationswissenschaft sowie eine Professur für journalistische Praxis. Darüber hinaus sind für den Studiengang auch zahlreiche freie Lektoren und regelmäßige Gastvortragende, unter ihnen renommierte Personen der heimischen Medienbranche, tätig.

Kaum "Drop-Outs"

Die Studierenden der ersten Stunde sind "ihrem" Studium bisher treu geblieben. Nur ein Teilnehmer hat die Ausbildung abgebrochen, berichtet Christl, und auch hier hätten persönliche Umstände und nicht Unzufriedenheit mit dem Angebot den Ausschlag gegeben. Dass die Drop-Out-Rate gering bis nicht vorhanden ist - üblich sei bei FHs eine Rate von zehn bis 20 Prozent -, führt Christl auch auf das aufwändige Auswahlverfahren zurück. "Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Wir suchen uns wirklich die sehr guten Leute."

Darum sieht der Studiengangsleiter auch das immer wieder vermutete Job-Problem für die künftigen Absolventen nicht als gravierend an: Sollte es im Journalismus nicht klappen, werde sich sicher in anderen Bereichen etwas finden. Obwohl die meisten Studierenden "schon mit dem absoluten Ziel, im Medienbereich zu arbeiten" angetreten sind. "Die Medienbranche sei bezüglich Job-Chancen zwar "nach wie vor relativ skeptisch", zugleich könnte sich aber ein konjunktureller Aufschwung abzeichnen und "wir das Glück haben, rechtzeitig dafür die ersten Absolventen zu produzieren". Zumal der FH-Studiengang ja sowohl Journalisten als auch Medienmanager ausbildet.

Suche nach Sponsoren

Was sich Christl für die Zukunft wünscht? Wenig überraschend vor allem "mehr Geld", gestaltet sich doch die "Sponsorensuche schwierig bis unmöglich". "Die Branche ist so mit Jammern beschäftigt, dass es einfach nichts gibt." Der FH-Betrieb stützt sich auf die Basisfinanzierung von Stadt Wien und Bund. Für zusätzliche Aktivitäten, etwa eine Gastprofessur, werde man aber ganz Sponsoren benötigen, so Christl. (APA)