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Bei der Weltkonferenz für erneuerbare Energien wurden am Freitag 165 Einzelprojekte beschlossen. Am Rande der Konferenz wurden auch Energieprojekte in Entwicklungsländern vorgestellt (im Bild ein Solarkocher).

Foto: APA/dpa/Federico Gambarini

Mit einem verbindlichen Aktionsprogramm für eine Energiewende hin zu Sonne, Wind, Wasser und Biomasse ist am Freitag die Weltkonferenz für erneuerbare Energien in Bonn zu Ende gegangen. Die Delegierten aus 154 Ländern verabschiedeten die "Deklaration von Bonn" und konkrete Empfehlungen für die Politik.

In der Deklaration bekannten sich die Staatenvertreter zu einem deutlichen Ausbau des Anteils erneuerbarer Energien. Damit soll die Abhängigkeit von fossilen, klimaschädlichen und begrenzten Brennstoffen wie Öl, Kohle und Gas erheblich verringert werden.

Das Aktionsprogramm enthält 165 konkrete Projekte von Ländern, Organisationen und Unternehmen, die sich zur verbindlichen Einhaltung verpflichtet haben. Von Konferenzteilnehmern wurde es als Erfolg gewertet, dass Schwellenländer wie die Philippinen und insbesondere China, dessen Energieverbrauch rasant zunimmt, sich an dieser freiwilligen Selbstverpflichtung beteiligen.

So plant China bis 2010 die Steigerung des Anteils der erneuerbaren Energien an der Gesamtenergieleistung auf zehn Prozent, was 60 Gigawatt entspricht. Die Philippinen haben es sich zum Ziel gesetzt, den Anteil von erneuerbaren Energien an der nationalen Gesamtenergieleistung auf 4700 Megawatt bis 2013 zu verdoppeln.

Gemeinsames Ziel ist, bis 2015 eine Milliarde Menschen mit erneuerbarer Energie zu versorgen. "Minister und Regierungsvertreter teilen die Vision, dass erneuerbare Energien, kombiniert mit gesteigerter Energieeffizienz, zu einer höchst wichtigen und breit verfügbaren Energiequelle werden", heißt es in der Erklärung.

Der Aktionsplan werde Investitionen in Milliardenhöhe mobilisieren, die in die Energiegewinnung aus Wind, Sonne, Biomasse und Erdwärme gehen, meinte der Gastgeber der Konferenz, der deutsche Umweltminister Jürgen Trittin. "Das hilft auch dem Klima. Mit der Umsetzung dieser Maßnahmen wird der weltweite Ausstoß von Kohlendioxid in steigendem Maße sinken." Im Jahre 2015 werde sich die zu erwartende CO-Einsparung auf schätzungsweise 1,2 Milliarden Tonnen pro Jahr belaufen. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5./6. 6. 2004)