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Demonstranten werfen Sprengkörper und Tränengas gegen den Sitz des Luftwaffenministeriums.

APA/Filippo Monteforte
Rom - "No war, no Bush": Hinter einem riesigen Spruchband mit diesem Slogan zogen am Freitag Hunderttausende Kriegsgegner durch die Innenstadt von Rom, um anlässlich des Italien-Besuchs von US-Präsident George W. Bush den sofortigen Abzug westlicher Truppen aus dem Irak zu fordern. Globalisierungsgegner, Anhänger linksorientierter Parteien und katholischer Bewegungen, Mitglieder der stärksten Gewerkschaftsorganisationen und ökologischer Gruppen versammelten sich seit dem frühen Nachmittag mit Friedensfahnen und Luftballons auf der zentralen Piazza della Repubblica. Demonstranten kamen aus den verschiedensten italienischen Städten. "Die Geschichte wird euch bestrafen" "Bush, Blair, Berlusconi: Die Geschichte wird euch bestrafen", war auf dem Plakat eines Demonstranten zu lesen. Am Protestmarsch beteiligten sich Spitzenpolitiker der Opposition, wie der Chef der Linksdemokraten Piero Fassino und der Anführer der Globalisierungsgegner, Vittorio Agnoletto. Die Demonstration verlief friedlich. Die Veranstalter versuchten, "Provokateure" und Aktivisten anarchistischer Gruppe vom Demonstrantenzug fern zu halten. Heftigen Protest lösten einige Mitglieder der autonomen Gewerkschaftsgruppe Cobas aus, die Slogans gegen die Polizisten riefen. Kostspieligste Wahlwerbung

"Bushs Rom-Besuch ist die kostspieligste Wahlwerbung, die sich Berlusconi jemals auf Kosten der italienischen Steuerzahler gegönnt hat. Die 10.000 Polizisten, die für Bushs Sicherheit während dieses zweitägigen Besuchs wachen, kosten den italienischen Kassen 40 Millionen Euro, doppelt so viel wie Rom zur Finanzierung humanitärer Missionen im Irak ausgibt", sagte Agnoletto.

Kurz nach Beginn des Treffens von Bush mit dem italienischen Staatschef Carlo Azeglio Ciampi im römischen Quirinalpalast hatten Gruppen von Kriegs- und Globalisierungsgegnern einige Hauptstraßen in Rom blockiert. Unweit der Universität La Sapienza wurden einige Müllcontainer in Brand gesetzt. Eine Bankfiliale wurde mit rotem Lack beschmiert. Gespentisches Rom Rom zeigte sich am Freitag gespenstisch leer. Aus Angst vor Attentaten und Krawallen hielten sich viele Römer von U-Bahnen und Bahnstationen fern. Die U-Bahn meldete 40 Prozent Passagiere weniger als an einem normalen Werktag. Aus Angst vor Angriffen blieben einige McDonald´s-Restaurants in der Innenstadt gesperrt. (APA)