Wien - Zufrieden mit den ersten Erfahrungen der schwarz-grünen Koalition in Oberösterreich ist Landeshauptmann Josef Pühringer. "Schwarz-Grün hat meine Erwartungen übertroffen", sagte er am Freitag in einer Pressekonferenz in Wien. Als Vorbild für den Bund wolle er seine Koalition freilich nicht hinstellen, er sei nicht der "Oberlehrer der Bundespolitik": "Zu so viel Präpotenz versteige ich mich nicht." Die Entscheidung müsse vielmehr auf jeder Ebene selbst getroffen werden, "ich preise das Modell nicht als das allein selig machende an".

Scharfe Kritik übte Pühringer an der Landes-SPÖ und deren Vorsitzenden Erich Haider. "Die Sozialdemokratie - nein, ich möchte einschränken - ihr Obmann hat sich und seine Partei durch ihr Verhalten ausgegrenzt." Er wolle die schwarz-rote Zusammenarbeit in Oberösterreich, die von 1945 bis 2003 angedauert habe, nicht schlecht machen, mit Haider sei es aber zu einer "Radikalisierung" gekommen.

Mit den Landes-Grünen hingegen sei eine "vernünftige Zusammenarbeit" möglich. Auch bei Themen, zu denen die Koalitionspartner unterschiedliche Meinungen haben, könne man eine "faire Vorgangsweise" finden. Dies habe sich etwa beim Pensions-Volksbegehren gezeigt.

Und auf Bundesebene?

Ob die Grünen auch auf Bundesebene der verlässlichere Partner wären als die Freiheitlichen, wolle er aber nicht beurteilen. Er wolle der Koalition mit der FPÖ auch keine Zensuren erteilen. Freilich gebe es immer wieder schwierige Zeiten, die Beurteilung solle aber erst am Ende der Legislaturperiode vorgenommen werden. Und die Bilanz von Schwarz-Blau sei auf alle Fälle besser als die des SPÖ-Kanzlers Viktor Klima.

Pühringer hat bei seinem traditionellen Auftritt in der Bundeshauptstadt aber nicht nur die Koalition mit den Grünen gelobt, sondern die Leistungen seines Bundeslandes überhaupt betont. Oberösterreich sei das "Beschäftigungsmusterland in der Republik", jeder dritte von 1991 bis 2003 geschaffene Arbeitsplatz sei im Land ob der Enns entstanden. Auch beim regionalen Wirtschaftswachstum habe das Land die Nase vorne. Die Arbeitslosigkeit in der Bundeshauptstadt Wien wiederum sei drei Mal so hoch wie die in Oberösterreich. (APA)