Salzburg - Musik, Tod, Todessehnsucht, romantische und religiös verklärte Versunkenheit und ambivalente Sexualität, mit einem Wort der Zeitgeist in Wien um die Jahrhundertwende. Das sind die Themen der beiden Sommerausstellungen im Salzburger Museum der Moderne, Rupertinum, die am 4. Juni unter dem Titel "Das Rätsel der Sphinx" eröffnet wurden. Zum einen wird der belgische Symbolist Fernand Khnopff mit etwa 100 Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen präsentiert, zum anderen zeigt das Museum im Sommer 2004 etwa 60 Werke von Gustav Klimt und seinen Wiener Zeitgenossen.

"Die beiden Ausstellungen haben nur zum Teil etwas mit einander zu tun", sagte Museumschefin Agnes Husslein-Arco. "Die Khnopff-Ausstellung haben wir wie sie ist von Brüssel übernommen, wo sie von 160.000 Menschen gesehen worden ist. Diese Schau bleibt bis zum Ende der Festspiele, also Ende August, zu sehen, dann geht sie nach Boston. Die Ausstellung Klimt und seine Freunde haben wir unter den Titel 'Intermezzo' gestellt. Sie bleibt länger, nämlich bis Ende September", so Husslein. "Inhaltlich gibt es aber ganz wesentliche Parallelen, schließlich hat Khnopff die Kunst in Wien ganz erheblich beeinflusst. Besonders schön ist das an zwei Landschaftsbildern zu sehen, in denen Farben, Bildausschnitt und emotionaler Gehalt auf eine enge Seelenverwandtschaft hinweisen."

Der Tod und der Umgang damit

Andrea Domesle und Eleonora Luis, die beiden Kuratorinnen der Ausstellungen, betonten den unterschiedlichen Umgang mit dem Tod. Während die Wiener Künstler sich direkt und teilweise düster, immer aber konkret mit dem Tod und der Sehnsucht danach auseinander gesetzt haben, kommt das Sterben bei dem in Wien hoch angesehenen und vielfach ausgestellten Belgier meist nur als Metapher vor.

Husslein sagte, es sei bei dieser Ausstellung darum gegangen, den Zeitgeist am Ende des Jahrhunderts zu beleuchten, das widersprüchliche Verhältnis zur verklärenden Romantik samt religiöser Mystik und zur Sexualität mit dem enormen Einfluss Siegmund Freuds. "Das ist keinesfalls nur von den großen, bekannten Künstlern eindrücklich umgesetzt werden. Auch Maler mit weniger klingenden Namen wie Ferdinand Andri, Erich Mallina, Franz Matsch, Koloman Moser oder Karl Mediz sind hier vertreten, weil sie künstlerisch enorm wichtige und hochwertige Beträge zur Kunst dieser Epoche geleistet haben."

Präsentiert werden bei "Das Rätsel der Sphinx" auch Bilder von Edvard Munch, Alfred Kubin oder Texte von Karl Kraus oder Hermann Bahr, die das Geschehen in der Sezession rund um die Jahrhundertwende aus Sicht der Zeit kommentierten. (APA)