Neu Delhi - Dom Moraes, einer der bedeutendsten englischsprachigen Schriftsteller Indiens, ist tot. Wie indische Zeitungen am Freitag berichteten, starb der Autor und Journalist am Mittwochabend in seiner Heimatstadt Bombay an einem Herzstillstand. Er wurde 65 Jahre alt. Der indische Premierminister Manmohan Singh würdigte den Gestorbenen als "eine seltene literarische Figur, der sowohl in der Lyrik der mysteriösen und fantasievollen Verse als auch in der Schärfe der tatsächlich eleganten Prosa zu Hause war".

Seinen ersten Gedichtband veröffentlichte Moraes bereits im Alter von 19 Jahren. Das Buch gewann den Hawthornden-Preis, damals einer der bedeutendsten literarischen Auszeichnungen in England. Moraes ist der jüngste und einzige nicht-englische Preisträger gewesen. Er verfasste danach zahlreiche weitere Bände mit Gedichten und Prosa. Als Journalist berichtete er unter anderem von den Kriegen in Algerien und Vietnam. Eine Zeit lang arbeitete er bei den Vereinten Nationen. 1979 kehrte er seine Geburtsstadt Bombay zurück. Seitdem lebte er in der westindischen Hafenstadt und Finanzmetropole.(APA/dpa)