Bild nicht mehr verfügbar.

Foto: APA/Schneider
Wien - 2006 wird der 150. Geburtstag von Sigmund Freud gefeiert. Die Sigmund-Freud-Privatstiftung stellte in einem Pressegespräch die geplanten Aktivitäten für das Jubiläumsjahr vor. Die Stiftung betreibt das Freud-Museum in der Berggasse 19, jenem Haus, in dem der Begründer der Psychoanalyse bis 1938 gelebt und gearbeitet hatte.

Herzstück der für 2006 geplanten Veranstaltungen ist die Ausstellung "Die Couch: Denken im Liegen". Dabei sollen die verschiedenen Bedeutungsebenen, die dieses Möbelstück als Inbegriff von Freuds Theorie und Praxis transportiert, gezeigt werden. Daneben soll die Vortragsreihe "Psychoanalysis and Politics. Terror, Regression, Gewalt - Lösungsmöglichkeiten?" Bezüge zur aktuellen Weltpolitik herstellen. Kulturjournalist Otto Brusatti plant im Zusammenarbeit mit dem ORF eine Film über den Jubilar, außerdem soll Heribert Sasse aus den Werken Sigmund Freuds lesen.

Freud und Mozart "synergisch"

Mit dem gleichzeitig laufenden Mozart-Jahr (250. Geburtstag) sieht Stiftungsvorsitzende Inge Scholz-Strasser "Synergiemöglichkeiten": Auf einem Symposium mit dem Titel "Batti batti, o bell Masetto" ("Schlag mich, schlag mich", ein Zitat aus Mozarts "Don Giovanni") sollen Querbezüge zu jenen Patientinnen Freuds hergestellt werden, anhand deren Leidensgeschichte der Arzt später seine Triebtheorie entwickelte.

Der Finanzbedarf für die geplanten Aktivitäten beträgt laut Scholz-Strasser 15 Millionen Euro. Die Stadt Wien und der Bund hätten bereits je 5,5 Millionen Euro zugesagt, der Rest soll aus Eigenmitteln - z.B. aus dem "Verein der Freunde des Sigmund Freud-Museums" - bestritten werden.

Das Museum besteht seit 1971 in den ehemaligen Arbeits- und Wohnräumlichkeiten des weltbekannten Psychoanalytikers, seither haben rund eine Million Menschen das Haus in der Berggasse besucht. Seit zehn Jahren gibt es wechselnde Ausstellungen, im Vorjahr beleuchtete beispielsweise "Freuds verschwundene Nachbarn" das Schicksal der Bewohner der nach 1938 arisierten Nachbarwohnungen des heutigen Museums.

Scholz-Strasser kündigte weiters an, dass die Stadt Wien, bis jetzt Eigentümerin des Museums, zugesagt hätte, der Stiftung die Räumlichkeiten zum Jubiläum 2006 zu schenken. (APA)