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Broukal sorgte für eine Unterbrechung der Sitzung

foto:reuters/foeger
Wien - Ganz am Schluss der eigentlich ziemlich ruhig verlaufenen Nationalrats-Sondersitzung zur EU-Politik ist es Freitag Nachmittag kurz vor Ende der ORF-Live-Übertragung zu einem Eklat gekommen. Verantwortlich dafür zeichnete der SPÖ-Abgeordnete Josef Broukal. Er meinte in Richtung der Koalitionsfraktionen: "Es ist Ihnen unbenommen, den Nationalsozialisten nachzutrauern".

Toben und Unterbrechung

Was folgte, war Toben in den Bänken von ÖVP und FPÖ, eine Rücktrittsaufforderung von ÖVP-Klubchef Wilhelm Molterer an Broukal sowie der Wunsch von FPÖ-Klubobmann Herbert Scheibner, die Sitzung zu unterbrechen. Diesem Verlangen kam der Vorsitz führende Dritte Nationalratspräsident Thomas Prinzhorn (F) schließlich auch nach.

Relativierung

Davor hatte der geschäftsführende SPÖ-Klubchef Josef Cap noch zu relativieren versucht. Niemandem werde vorgeworfen, gemeinsame Sache mit den Nationalsozialisten zu machen. Auch werde niemandem in dem Haus vorgeworfen, dass er Sympathien für den Nationalsozialismus hätte - "und schon gar nicht der ÖVP". Broukals Ausspruch sah Cap im Zusammenhang mit der "Zuspitzung der Auseinandersetzung". (APA)