New York - Nestlé und General Mills arbeiten bereits beim Verkauf von Getreideprodukten zusammen. Beide Unternehmen wollten allerdings die Übernahmegerüchte weder bestätigen noch dementieren. General Mills weise niedrigere Margen und ein geringes Wachstums aus, und eine Übernahme würde sofort die Kartellbehörden auf den Plan rufen, sagte ein Händler. Wie andere Lebensmittelhersteller in den USA hat General Mills derzeit mit den veränderten Essgewohnheiten vieler US-Amerikaner zu kämpfen, die auf die kohlenhydratarme, nach ihrem Erfinder benannte Atkins-Diät setzen.

Neue Versionen bekannter Produkte

Da viele aus Getreide hergestellte General-Mills-Produkte wie Cornflakes und Kekse nicht in die so genannte Diät passen, hat das Unternehmen neue Versionen alt bekannter Produkte mit einem geringeren Anteil von Kohlenhydraten lanciert. Der Kurs der General-Mills-Aktien hat seit Jahresanfang um ein Prozent zugelegt.

Die in Vevey am Genfer See ansässige Nestlé hat gerade eine Milliarden Dollar schwere Einkaufstour hinter sich, und dabei Firmen wie Dreyer's Ice Cream und den Tierfutterhersteller Ralston Purina erworben. Der mit Markennamen wie Nescafé oder Perrier bekannte Konzern hat unter der Ägide von Vorstandschef Peter Brabeck-Letmathe zunehmend auf so genannte Funktionslebensmittel gesetzt, die eine gesundheitsfördernde oder schlank machende Wirkung haben sollen und sich deshalb mit höheren Margen verkaufen lassen.

"Keine größteren Schritte in Sicht"

Die am Freitagfrüh aufgekommenen Spekulationen um ein Übernahmeangebot werden von einigen Experten aber auch als "eher unwahrscheinlich" beurteilt. In einem Interview mit der Westschweizer Wirtschaftszeitung Agefi erklärte Nestlé-Chef Peter Brabeck, dass derzeit keine nennenswerten Übernahmeobjekte in der Lebensmittelbranche auf dem Markt seien. "Deshalb sind keine größeren Schritte in Sicht, aber wir werden natürlich weiter unsere Geschäfte in allen Ländern, in denen wir präsent sind, fortlaufend komplettieren und abrunden." (Reuters, Bloomberg, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 05.06.2004)