Graz - Heuer leider keine Dividende, beschied die Konzernleitung der Energie Steiermark Holding AG (Estag) kürzlich der steirischen Landesregierung, die schon nervös auf die Estag-Gelder zur Sanierung des Landesbudget gewartet hatte. Landeshauptfrau Waltraud Klasnic nahm die Botschaft zähneknirschend zur Kenntnis. Offenbar nicht wissend, dass ja doch Dividenden fließen werden. Aber eben nicht ans Land.

Vertraglich gesicherte Zinsen

Die Verbundgesellschaft, die an der Estag-Tochter Steweag-Steg GesmbH (SSG) mit 35,47 Prozent beteiligt ist, erhielt - wie der STANDARD erfuhr - nun rund sieben Millionen Euro an Dividenden ausbezahlt. Dies wurde dieser Tage in einer Generalversammlung der Gesellschaft beschlossen. Plus Zinsen, die sich der Verbund vertraglich zugesichert hatte, sollten sich die Dividendenzahlungen hinauszögern. Was diesmal aufgrund der langen Debatten rund um die Estag-Affäre der Fall war.

Der zweite Eigentümer der SSG, die Konzernmutter Estag, erhielt 14 Mio. Euro. Nochmals rund 13 Mio. Euro an Dividenden fließen an die Estag vom Tochterunternehmen Gas-Wärme. Estag-Vorstand Johannes Ditz bestätigte am Freitag die Dividendenzahlungen der gewinnträchtigen Töchter an die Konzernmutter Estag und den Verbund. Warum die Gelder nicht ans Land weiterflossen, erklärt Ditz bilanztechnisch. Die Dividenden seien erst nach Fertigstellung der Bilanz 2003 fixiert worden, daher nicht mehr aktuell in die Holding "heraufgeholt", aber bereits für die Bilanz 2004 "reserviert" worden. Sie stellten einen Teil der fürs nächstes Jahr versprochenen 38-Millionen-Dividende ans Land Steiermark dar. (Walter Müller, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 05.06.2004)