Bogota - Unter der Vermittlung Mexikos hat die kolumbianische ELN-Guerilla der Regierung in Bogota einen Waffenstillstand mit der Aussicht auf anschließende Friedensverhandlungen angeboten. Die Rebellenorganisation wolle mit der Regierung eine "humanitäre Vereinbarung" treffen, die neben einer beidseitigen Waffenruhe auch eine Generalamnestie für "politische Gefangene" enthalten solle, sagte der Sprecher des Nationalen Befreiungsheeres (ELN), Francisco Galan, am Freitag (Ortszeit) nach einem Gespräch mit dem kolumbianischen Vize-Präsidenten Francisco Santos und dem mexikanischen Botschafter Mario Chacon. Ein solches Abkommen könne "den Weg für eine politische Lösung öffnen, von der alle Kolumbianer träumen".

Vize-Präsident Santos begrüßte die Erklärung. Bereits vor den Gesprächen hatte er gesagt, die Regierung werde eine "großzügige Antwort" finden, sollte sich die ELN zu einem Ende der Feindseligkeiten bereit erklären. Der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe hatte auf dem EU-Lateinamerika-Gipfel am vergangenen Samstag der ELN Friedensverhandlungen auf der Grundlage einer Waffenruhe und unter ausländischer Vermittlung vorgeschlagen. Der mexikanische Präsident Vicente Fox hatte sein Land für die Vermittlerrolle angeboten.

Während des seit vier Jahrzehnten andauernden Konflikts in Kolumbien zwischen der Armee, der linksgerichteten Guerilla und ultrarechten Paramilitärs starben mehr als 200.000 Menschen; 2,7 Millionen Menschen wurden vertrieben. Die ELN-Guerilla ist mit 4.500 Kämpfern die zweitgrößte Rebellengruppe nach den Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC), die 17.000 Menschen unter Waffen haben. (APA)