Hamburg/Berlin - Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat zum 60. Jahrestag der alliierten Landung in der Normandie die Bedeutung der USA für Deutschland betont. US-Soldaten "haben ihr Leben gelassen, um Deutschland und Europa von der Hitler-Diktatur zu befreien, um uns Deutschen (...) einen Wiederaufbau in Freiheit und Demokratie zu ermöglichen", schrieb Schröder. "Der Sieg der Alliierten war kein Sieg über Deutschland, sondern ein Sieg für Deutschland."

Die Teilnahme an den Feiern zum D-Day an diesem Sonntag sieht Schröder nach eigenen Worten als eine "große Ehre für unser Land und für unsere Demokratie". Die Deutschen könnten des 6. Junis 1944 erhobenen Hauptes gedenken. Niemand verlange von ihnen, "dass wir uns schuldig fühlen für die Verbrechen und den Völkermord eines unsäglichen Regimes. Aber wir tragen Verantwortung vor unserer Geschichte und für unsere Geschichte."

Für die jungen Menschen sei die europäische Einigung eine Selbstverständlichkeit, schrieb der Kanzler: "Sie leben in dem guten Bewusstsein, dass die Aussöhnung auf unserem Kontinent unumkehrbar, dass ein Krieg der europäischen Völker gegeneinander unmöglich geworden ist."

Der 6. Juni sei auch ein besonderer Tag für die Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich. "Ohne die Versöhnung unserer beiden Völker, ohne das gemeinsame Engagement für eine bessere Weltordnung, wäre die europäische Einigung nie gelungen." Schröder forderte dazu auf, die Werte der französischen Revolution und den Artikel 1 des deutschen Grundgesetzes nie zu vergessen. "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Das sind, gerade in der heutigen Welt, die Leitsätze zum Gedenken an den D-Day." (APA/dpa)