Paris/London - Mit den Worten "Dies ist ein trauriger Tag für Amerika" hat US-Präsident George W. Bush die Nachricht vom Tod des Ex-Staatschefs Ronald Reagan aufgenommen. Bush sei nach einem Abendessen mit dem französischen Staatschef Jacques Chirac in Paris von Generalsekretär Andrew Card unterrichtet worden, teilte eine Sprecherin des Weißen Hauses mit. Der Präsident habe darauf geantwortet: "Dies ist ein trauriger Tag für Amerika".

Bush, der sich zurzeit wegen des 60. Jahrestages der Landung der Alliierten in der Normandie in Frankreich aufhält, wollte noch in der Nacht zum Sonntag ein Pressestatement abgeben, teilte sein Sprecher Scott McLellan mit.

"Vorkämpfer der Freiheit"

US-Präsident George W. Bush hat am Sonntag die Feiern zum 60. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie genutzt, um seinen verstorbenen Amtsvorgänger Ronald Reagan zu ehren. Vor 20 Jahren habe hier mit Ronald Reagan ein anderer gestanden, der selbst "ein mutiger Mann" und "Vorkämpfer der Freiheit" gewesen sei, sagte Bush. "Heute ehren wir ihn."

"Einer meiner liebsten persönlichen Freunde"

Die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher würdigte Reagan als einen "großen amerikanischen Helden". "Präsident Reagan war einer meiner engsten politischen und einer meiner liebsten persönlichen Freunde", sagte die 78-jährige am Samstagabend in London. Thatcher galt als treueste Verbündete Reagans.

"Nicht nur diejenigen, die ihn kannten, werden ihn vermissen und nicht nur die Nation, der er so stolz gedient und die er so sehr geliebt hat, sondern auch jene Millionen von Männern und Frauen, die auf Grund der von ihm verfolgten Politik heute in Freiheit leben", sagte Thatcher. Reagan habe den Kalten Krieg gewonnen, ohne einen einzigen Schuss abzufeuern. Dabei hätten ihn "Humor und Menschlichkeit" ausgezeichnet.

Eine Sprecherin des Buckingham-Palastes sagte, Königin Elizabeth II. sei traurig über die Todesnachricht.

Katzav würdigt Reagan als Freund Israels

Der israelische Staatspräsident Moshe Katzav hat den früheren US-Präsidenten Ronald Reagan am Sonntag als Freund Israels gewürdigt. In einem Beileidsbrief an Reagans Witwe Nancy schrieb Katzav nach israelischen Medienberichten, Reagan habe Israel während seiner gesamten Amtszeit unterstützt.

Der frühere jüdische Dissident, Diaspora-Minister Nathan Sharanski, sagte, Reagan habe seine Freilassung aus der sowjetischen Haft erwirkt. Reagans "standfeste Politik gegenüber der Sowjetunion" habe zu "einem dramatischen Wandel in der Haltung Michail Gorbatschows und zum Zusammenbruch des kommunistischen Regimes" geführt, schrieb Sharanski in einem Beileidsbrief. (APA/dpa/Reuters)