Bagdad - Die US-Armee möchte als gefährlich eingestufte irakische Gefangene auch nach der geplanten Machtübergabe im Irak am 30. Juni in Haft behalten. "Die Koalition wird die Personen weiter in Haft halten, die sie für eine Bedrohung für unsere Streitkräfte hält", sagte ein US-Militärsprecher am Sonntag in Bagdad. Es handelte sich dabei um die erste Erklärung der US-Armee zur Zukunft der irakischen Gefangenen.

Unterdessen haben mehr als 300 Häftlinge am Sonntag das Skandalgefängnis von Abu Ghraib verlassen. Die irakische Übergangsregierung soll die von der US-Armee geführte Haftanstalt im Westen von Bagdad, in der US-Soldaten irakische Gefangene misshandelt hatten, Ende des Monats übernehmen. Adel Murad von der Patriotischen Union Kurdistans (PUK) warf der US-Armee vor, sie habe aus Unkenntnis viele Unschuldige eingesperrt und "hunderte gefährlicher Terroristen" laufen lassen.

Das Verhör des kürzlich von PUK-Kämpfern und irakischen Polizisten festgenommenen Terroristen Umar Barziani habe ergeben, dass viele Terroristen mit gefälschten Dokumenten freigelassen worden seien. Barziani wird der Terrorgruppe Ansar al Islam zugerechnet. Er soll mit dem Jordanier Abu Musab al Zarqawi Anschläge durchgeführt haben. (APA/dpa)