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Ex-EStAG-Vorstand Gerhard Hirschmann hat einen anonymen "Freundeskreis".

Foto: APA/Markus Leodolter
Graz - Die Aufforderung ist unmissverständlich: "Heraus aus den Büschen", verlangt Andreas Schnider. Der steirische ÖVP-Landesgeschäftsführer fordert "im Namen der steirischen Volkspartei" jene anonymen "Heckenschützen" auf, die seit Wochen versuchten, die ÖVP zu destabilisieren. Diese sollten sich "endlich einer zivilisierten Auseinandersetzung" stellen.

Hintergrund der Nervosität in der ÖVP ist ein anonymer, parteiinterner "Freundeskreis Gerhard Hirschmann", der seit Wochen versucht, den aus dem Landeskonzern Estag gefeuerten ehemaligen Landesrat wieder auf die politische Bühne zurückzubringen.

Suggestivfragen

Dieser "Freundeskreis" hatte kürzlich mittels einer IMAS-Umfrage die Chancen einer Rückkehr Hirschmanns in die Politik detailliert abgefragt. 38 Prozent der Befragten sprachen sich hier für ein Comeback Hirschmanns aus. Die dem STANDARD vorliegende Umfrage kann wegen der Suggestivfragen aber durchaus auch als "gelenkt" qualifiziert werden. Die Daten wurden breit in der Hirschmann-freundlichen Kleinen Zeitung publiziert, was an der ÖVP-Spitze gehörige Unruhe auslöste, zumal in der Untersuchung auch ein Absturz der VP-Chefin Waltraud Klasnic prophezeit wird.

Schnider ist jedenfalls alarmiert. Hatte doch der zum Rücktritt gezwungene Exlandesrat Herbert Paierl bei seinem Ausscheiden aus der Politik kryptisch von "Umsturzplänen" innerhalb der steirischen ÖVP gesprochen. Schnider zum STANDARD: " Wir fragen uns, wer diese Umfragen und diese Kampagne in Auftrag gegeben und bezahlt hat. Welche Interessen stehen dahinter? Warum agiert man im Verborgenen? Wenn man diese Umfrage in speziellen Medien veröffentlicht, muss man doch eine Absicht damit verfolgen. Ich hab' ja die Umfrage nicht einmal bekommen." Schnider fordert auch Hirschmann auf, er solle sich "endlich deklarieren, ob er zurückwill oder nicht." (DER STANDARD, Printausgabe 7.6.2004)