Gaza-Stadt - Palästinensische Extremisten haben mit der Entführung und Ermordung von Israelis gedroht, nachdem ein israelisches Gericht den palästinensischen Politiker Marwan Barghuthi zu lebenslanger Haft verurteilt hatte. "Wir fordern alle unsere Kämpfer auf, Zionisten, Kinder Frauen und Soldaten zu entführen und sie zum Tode zu verurteilen", hieß es in einer Erklärung der al-Aksa-Brigaden, die Reuters am Montag als Fax erhielt.

Das Urteil gegen Barghuthi sei "ungerecht, unrechtmäßig und falsch". Barghuthi gehört zur Fatah-Organisation des palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat, der die El-Aksa-Brigaden nahe stehen. Der 45-Jährige wurde am Sonntag im Zusammenhang mit Anschlägen verurteilt, bei denen Extremisten der Fatah fünf Israelis getötet hatten.

In ihrer Erklärung warnte die Extremistengruppe, ihre Antwort auf das Urteil gegen Barghuthi werde für Israel schmerzhaft sein. "Wir fordern unsere Zellen in der palästinensischen Heimat auf, israelische Soldaten und Zivilisten zu entführen und sie hinzurichten."

Barghuthi gilt als Anführer des palästinensischen Aufstandes für einen eigenen Staat. Er hat stets bestritten, an Anschlägen militanter Gruppen beteiligt zu sein und sich als politischen Anführer bezeichnet. Der bei den Palästinensern äußerst beliebte Barghuthi wurde als Nachfolger Arafats gehandelt. Bis zu seiner Festnahme im April 2002 war er Fatah-Chef im Westjordanland.

Das Gericht hatte Barghuthi bereits im Mai schuldig gesprochen, das Strafmaß wurde jedoch erst am Sonntag verkündet. Im Mittelpunkt des Verfahrens standen drei Anschläge aus den Jahren 2001 und 2002. (APA/Reuters)