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Die rund 500 Jahre alte Madonnenstatue mit Kind.

Foto: APA/BUNDESDENKMALAMT
Neuberg/Graz - Wo ein Fenster ist, ist auch ein Weg. Im Zusammenhang mit dem Diebstahl von Kunstschätzen hat sich dieser - leicht abgeänderte Leitsatz - nicht das erste Mal bewahrheitet. Am Samstag wurde aus dem obersteirischen Neuberg (Bezirk Mürzzuschlag) eine äußerst wertvolle gotische Madonna, die aus der Zeit um 1480 stammt, durch ein sehr kleines Lüftungsfenster entwendet. Die 130 Zentimeter hohe Statue wurde erst kürzlich um 20.000 Euro restauriert.

Abgesehen vom Einstieg der Täter - die Kriminalpolizei geht von zwei Tätern aus - durch ein Fenster, gibt es noch eine Gemeinsamkeit mit dem spektakulären Fall der Saliera: In der Kirche finden derzeit Bauarbeiten statt.

Die Madonna aus dem Münster von Neuberg war in der Mauer verankert und zusätzlich mit dem Sockel, auf dem sie stand, verschraubt, elektronische Sicherung gab es allerdings keine. Ein besonderes Rätsel stellt für die Ermittler aber das schmale Fenster dar, durch das erwachsene Menschen nur sehr schwer durchpassen können.

Für Kriminelle werden Kirchen zunehmend attraktiver. Die Madonna war der 21. Kirchendiebstahl in der Steiermark seit Anfang 2003. (cms /DER STANDARD, Printausgabe, 8.6.2004)