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Der tschechische Ministerpräsidet Vladimir Spidla.

Foto: APA/ EPA/PETRA MASOVA
Prag - Die tschechische Regierungskoalition von Ministerpräsidet Vladimir Spidla muss mit einer schweren Niederlage bei den bevorstehenden Wahlen zum Europaparlament rechnen. Dies geht aus der letzten großen Wählerumfrage vor der Abstimmung am kommenden Freitag und Samstag hervor, deren Ergebnisse am Montag veröffentlicht wurden. Von den 24 für Tschechien reservierten Sitzen im Europaparlament könnte die Spidla-Koalition nur ein Viertel für sich gewinnen, hieß es.

Umfrage

Die Umfrage der soziologischen Agentur SC&C mit 1.287 Befragten erwartet als klaren Sieger die oppositionelle konservative Demokratische Bürgerpartei (ODS), deren Ehrenvorsitzender Staatspräsident Vaclav Klaus ist. Mit 29 Prozent der Stimmen könnte die ODS zehn Mandate gewinnen. Auch der Platz Nummer zwei gehört der Opposition, den den Kommunisten (KSCM) mit 14 Prozent und fünf Mandaten.

Spidlas Sozialdemokraten an dritter Stelle

Erst an dritter Stelle liegen Spidlas Sozialdemokraten (CSSD) mit 13 Prozent und vier Sitzen im EP. Die mitregierende christdemokratische Volkspartei (KDU-CSL) von Mirlslav Kalousek kann mit sieben Prozent und zwei Sitzen rechnen, nicht aber die mitregierende rechtsliberale Freiheitsunion (US-DEU) von Vizepremier Peter Mares. Diese würde mit zwei Prozent unter die fünfprozentige Wahlhürde fallen. Mit insgesamt drei Sitzen könnten dann noch zwei Wahlbündnisse von Unabhängigen rechnen, an deren Spitze der ehemalige Außenminister Josef Zieleniec bzw. der frühere Chef des TV-Kanals "Nova" stehen.

Empfehlung Havels

Erstmals hat der ehemalige Staatspräsident Vaclav Havel öffentlich eine Empfehlung für die Abstimmung abgegeben, indem er den Senatoren Daniel Kroupa hervorgehoben hat. Der parteilose Senator (früher Mitglied der nun außerparlamentarischen Demokratischen Bürgerallianz ODA) steht auf der Liste der KDU-CSL, allerdings an letzter Stelle, so dass es wenig wahrscheinlich ist, dass er gewählt werden könnte.

Die Abstimmung in Tschechien beginnt am Freitag, 11. Juni, um 14.00 Uhr und geht am Samstag, 12. Juni, um 14.00 Uhr zu Ende. Die Auszählung der Stimmen wird erst am Sonntag, dem 13. Juni um 22.00 Uhr beginnen. Einige Kandidaten gaben in diesem Zusammenhang ihre Bedenken zum Ausdruck, ob die Stimmzettel in den Urnen von der Schließung der Wahllokale bis zum Beginn der Auszählung - insgesamt 32 Stunden - ausreichend bewacht werden. (APA)