Washington - Frauen in typischen "Männer-Berufen" verdienen besser als Frauen in Beschäftigungen, die zahlenmäßig vom weiblichen Geschlecht dominiert sind. Zu diesem Schluss kommt das US-Statistikamt nach dem Vergleich der Lohn-Daten von vollzeitbeschäftigten Männern und Frauen in der Volkszählung des Jahres 2000. Junge Frauen sollten daher nicht einen typischen "Frauen-Beruf" auswählen, wenn sie später gut verdienen wollen.

Abfallreinigung, Leitungsreparatur

Lediglich in zwei von 400 verglichenen Berufen verdienten Frauen etwas mehr als ihre männlichen Kollegen: Bei der Reinigung gefährlicher Abfälle sowie bei Verlegung und Reparatur von Telekom-Leitungen - beides Bereiche, in denen weniger als zehn Prozent der Beschäftigten Frauen sind.

Umgekehrt scheint es sich für Männer auszuzahlen, eine Tätigkeit in einem typischen "Frauen-Beruf" anzustreben: So konnten Männer als Kindergärtner und Vorschullehrer (98 Prozent Frauen) oder bei der Krankenbetreuung (91 Prozent Frauen) wesentlich mehr Gehalt einstreifen als ihre Kolleginnen.

Große Differenzen im Finanzwesen

Die geringsten geschlechtsspezifischen Unterschiede beim Einkommen wurden bei Post-Beschäftigten gefunden, wo die Einkommen von Frauen fast an jene der Männer herankamen. Die größten Differenzen wurden in der Landwirtschaft, an der Börse und im Finanzwesen festgestellt, wo die Männer wesentlich mehr verdienten. Sogar bei den Tellerwäschern, die in der Job-Hierarchie ganz unten sind, erhielten Männer mit 14.000 Dollar pro Jahr mehr als Frauen mit 12.000 Dollar. Ärzte verdienten im Durchschnitt 144.000 Dollar im Jahr, Ärztinnen nur 88.000 Dollar.

Insgesamt lag das Durchschnittseinkommen für Vollzeitbeschäftigung in den USA für Frauen bei 28.000 Dollar, gegenüber 38.000 Dollar für Männer - unabhängig von der Branche oder Art der Berufstätigkeit. Das heißt, dass Frauen für jeden Dollar, den ein Mann verdiente, in der gleichen Zeit weniger als 74 Cents erhielten. (APA)