Wien - Mit einer Senkung der Richtpreise bei Benzin und Diesel hat der heimische Mineralölkonzern OMV am Montag auf die jüngste Entspannung am Ölmarkt nach dem vorwöchigen Treffen der OPEC reagiert. Wie die OMV dazu mitteilte, wurden mit Wirkung von heute die Richtpreise für Benzin um zwei Cent und für Diesel um einen Cent pro Liter reduziert. Die entsprechenden Produktnotierungen am Spotmarkt in Rotterdam hätten Spielraum für eine Senkung der Spritpreise eröffnet, hieß es zur Begründung.

Auch BP und Shell gaben heute eine Senkung ihrer Richtpreise für Benzin und Diesel um bis zu zwei Cent bekannt.

Neue OMV-Höchstpreise

Normalbenzin kostet laut OMV nun gemäß den Normpreisen 0,994 Euro pro Liter, Eurosuper 1,014 Euro, Super plus 1,074 Euro und Diesel 0,864 Euro. Generell gelten diese Preise nun als Höchstpreise für das OMV-Tankstellennetz, nur an Autobahntankstellen liegen die Preise darüber.

Schon am vergangenen Freitag zeichnete sich nach den Rekordpreisen, die Autofahrer für Sprit noch zuletzt zahlen mussten, eine Trendwende ab. Ein Großteil der Tankstellen von OMV und BP hatte die Preise für Benzin und Diesel um einen bis 2 Cent gesenkt. Die Preissenkung hatte sich allerdings nicht auf die Obergrenzen bezogen.

Vereinbarung gelöst

Die Höhe der Spritpreise in Österreich war vergangenen Freitag - wie berichtet - auch Thema der zweiten "Treibstoffpreise-Monitoring-Arbeitsgruppe", bestehend aus Vertretern von Ministerien, der Sozialpartner und der Autofahrerklubs. Eine Vereinbarung mit dem Wirtschaftsministerium, wonach die OMV ihre Preise in den vergangenen Jahren nicht mehr als 2,9 Cent angehoben hat, ist allerdings bereits Ende April aufgelöst worden. Eurosuper hatte daraufhin in der Vorwoche um 3,2 Cent, Diesel um 2,4 Cent über dem EU-Mittel gelegen.

Erklärtes Ziel der Politik ist eine mittelfristige Angleichung der Netto-Spritpreise an das EU-Durchschnittsniveau. Konsumentenschutzminister Herbert Haupt (F) hat zuletzt ein Kartellverfahren nicht ausgeschlossen.

ARBÖ kritisiert unzureichende Weitergaben

Der ARBÖ kritisierte indes, dass internationale Ölpreissenkungen nur unzureichend an die heimischen Autofahrer weitergegeben würden. Vor allem bei Eurosuper, der gängigsten Benzinsorte, seien weitere Verbilligungen überfällig. Zwischen 1. Juni und heute Mittag, so der ARBÖ in einer Aussendung, seien die Notierungen für Eurosuper am Spotmarkt Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen um 13,9 Prozent von 441,5 auf 380 Dollar pro Tonne gefallen. Im selben Zeitraum hätten sich die Spritpreise bei Eurosuper jedoch um 0,3 Cent verteuert. (APA)