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Frankfurt - Die Umweltschutzorganisation WWF hat einen Stopp der EU-Subventionen für Tunfischfarmen im Mittelmeer gefordert. Mit den Geldern fördere die EU die Ausbeutung der Bestände, denn in den Tunfischfarmen werde nicht gezüchtet, sondern Wildfisch gemästet, teilte der WWF (World Wide Fund for Nature) Deutschland am Montag in Frankfurt mit. Allein im vergangenen Jahr seien 21.000 Tonnen verarbeitet worden, 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Seit 1997 seien 19 bis 20 Millionen Euro aus EU-Töpfen in diese Fischindustrie geflossen.

Erster Schritt müsse ein gemeinsamer Beschluss gegen den Bau neuer Tunfischfarmen sein, forderte der WWF. Außerdem seien Quoten für die Farmen und mehr Kontrollen gegen den illegalen Fang nötig. "Wenn die EU ihre Subventionen nicht stoppt, könnten die stark gefährdeten Blauflossentun-Bestände in wenigen Jahren aus dem Mittelmeer verschwunden sein", sagte WWF-Fischereiexpertin Stefanie Schmidt anlässlich des Welt-Ozeantages am 8. Juni.

Der WWF befürchtet, dass sich nach der Erweiterung der EU die Situation verschärft, da sich mit Malta und Zypern zwei weitere Staaten an der Ausbeutung beteiligten. Tunfischfarmen gibt es nach Informationen des WWF außerdem in Spanien, Italien und Frankreich. (APA/dpa)