New York/Moskau/Quito - Die Beratungen über eine neue Irak-Resolution im UNO-Sicherheitsrat in New York stehen nach Angaben des US-Außenministeriums kurz vor dem Abschluss. Es müssten nur noch technische Feinheiten geklärt werden, sagte der stellvertretende Außenamtssprecher Adam Ereli am Montagabend vor einer für 22.00 Uhr MESZ anberaumten Sitzung des Weltsicherheitsrats. "Wir stehen kurz vor einer Einigung." Er erklärte, die Iraker seien mit dem erneut überarbeiteten Resolutionsentwurf zufrieden, und der Text dürfte "auch andere" zufrieden stellen.

US-Außenminister Colin Powell sagte in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito, er hoffe, dass eine Einigung über den neuen US-britischen Entwurf noch am Montag gefunden werde. "Ich glaube, dass wir alle unsere Meinungsverschiedenheiten im Laufe des Nachmittags (Ortszeit) ausräumen werden", meinte Powell.

Russland hat den von den USA und Großbritannien überarbeiteten Irak-Resolutionsentwurf im UNO-Sicherheitsrat als Fortschritt gewürdigt. "Der Resolutionsentwurf des Sicherheitsrates ist wirklich verbessert worden", sagte der stellvertretende russische Außenminister Juri Fedotow am Montag im russischen Fernsehen. "Er spiegelt Vorschläge Russlands, Frankreichs, Deutschlands, Chinas und anderer Mitglieder des Sicherheitsrates wider", sagte Fedotow.

Paris erwarte, dass der bisher vorliegende Entwurf der Resolution "noch ein bisschen verändert" werde, sagte Premier Jean-Pierre Raffarin. Dann werde die Resolution "für alle akzeptabel" sein. Vorerst gebe es noch "wichtige Punkte zur Souveränität des irakischen Volkes" zu klären, die für Frankreich von großer Bedeutung seien.

Der neue amerikanisch-britische Entwurf - der insgesamt vierte innerhalb von zwei Wochen - sieht allerdings kein Veto-Recht für die Bagdader Übergangsregierung in Militärfragen vor. Er erkennt lediglich die Notwendigkeit der "Zustimmung der souveränen Regierung des Irak zur Anwesenheit der multinationalen Truppe und einer engen Zusammenarbeit zwischen der multinationalen Truppe und dieser Regierung" an.

Deutschland und Frankreich wollten eine Änderung, die der irakischen Übergangsregierung ein Veto-Recht gegen größere Aktionen der multinationalen Truppe in ihrem Land zusichert. Die USA und Großbritannien wollen eine Einigung über die Resolution möglichst noch vor dem Gipfeltreffen der sieben wichtigsten Industrieländer und Russlands (G-8) herbeiführen, das US-Präsident George W. Bush am Dienstag als Gastgeber eröffnet. (APA/AP/Reuters)