Genf - Die USA haben die Staaten Europas und der Golfregion dazu aufgerufen, mehr Geld für die Versorgung palästinensischer Flüchtlinge bereitzustellen. "So wie bisher kann es nicht weitergehen", warnte der US-Außenstaatssekretär Arthur Dewey am Montag während einer Konferenz in Genf, zu der das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) und das schweizer Außenministerium eingeladen hatten. Auf der bisher größten Zusammenkunft dieser Art berieten Vertreter von 67 Regierungen über das Schicksal der schätzungsweise vier Millionen palästinensischen Flüchtlinge, die im Westjordanland, im Gazastreifen, in Jordanien und anderen Staaten des Mittleren Ostens leben.

1,1 Millionen Menschen seien auf Hilfe durch die UNO-Hilfsorganisation für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) angewiesen. 2003 betrug das Budget der Hilfsorganisation allerdings nur noch umgerechnet 282 Millionen Euro (344 Millionen Dollar) und lag damit um mehr als die Hälfte unter dem des Vorjahres. Allein ein Viertel des Geldes kam aus den USA. Zwar habe Europa in der Vergangenheit seine Hilfen aufgestockt, "aber wir hoffen, dass vor allem aus Skandinavien wieder mehr Gelder kommen", sagte Dewey.

In einem Grußwort zu Beginn der zweitägigen Konferenz erklärte UN-Generalsekretär Kofi Annan, seit September 2000 habe sich die Zahl der Palästinenser, die unterhalb der Armutsgrenze lebten, von 20 auf 60 Prozent verdreifacht. Noch in der vergangenen Woche hatte die UNRWA von der internationalen Gemeinschaft eine Soforthilfe von umgerechnet 13 Millionen Euro (16 Millionen Dollar) gefordert. Das Geld soll an Familien in Rafah gehen, deren Häuser das israelische Militär bei den jüngsten Gefechten im Gazastreifen zerstört hatte. (APA)