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Atomkraftwerk Temelin - schematische Darstellung der Funktionsweise mit Kühlwasser-Primär- und Sekundär-Kreislauf.

Grafik: APA
Linz - Im tschechischen Atomkraftwerk Temelin ist bereits Sonntag in der Früh ein Leck im Primärkreislauf entdeckt worden. 3.000 Liter radioaktiv verseuchtes Wasser seien ausgetreten und hätten zwei Arbeitsräume kontaminiert, berichtete der Anti-Atom-Beauftragte des Landes Oberösterreich, Radko Pavlovec, am Montagnachmittag. Betroffen ist demnach der Primärkreislauf des zweiten Reaktorblocks. Allerdings ist keine Radioaktivität ausgetreten beruhigte Daniel Kapp, der Sprecher von Umweltminister Josef Pröll. Diese Angaben bestätige auch eine österreichische Messstation in der Nähe des Kraftwerks.

Atombehörde bestätigte Leck

Der Sprecher der tschechischen staatlichen Behörde für atomare Sicherheit (SUJB), Pavel Pittermann, bestätigte am Montag, dass im Primärkreislauf des zweiten Blocks ein Leck aufgetreten sei.

Das Problem sei allerdings schon behoben worden und keine Gefahr drohe. Die Nachbarländer Österreich und Deutschland seien darüber informiert worden. Laut Melker Abkommen habe man für das Bekanntgeben derartiger Störfälle 78 Stunden Zeit, erklärte Pittermann.

Vom Tschechischen Energiekonzern (CEZ) gab es über den Zwischenfall keine Informationen an die Öffentlichkeit, auch nicht in der Presseaussendung Temelins von Montag Vormittag. In dem Schreiben hieß es nur, dass der zweite Block, der in der vergangenen Woche wegen einer Panne im Transformator abgestellt werden musste, voraussichtlich am 14. Juni wieder gestartet werde. Der Sprecher des Kraftwerkes war Montag Abend zunächst nicht zu erreichen. (APA)