Wien - Eine aktuelle market-Umfrage sieht die ÖVP bei der EU-Wahl nun erstmals, wenn auch äußerst knapp, in Führung. In der Montagabend von ATVplus präsentierten Umfrage kommt die ÖVP mit 35 Prozent vor der SPÖ mit 34 Prozent zu liegen. Allerdings liegt der Vorsprung innerhalb der Schwankungsbreite von plus/minus fünf Prozent. Market-Chef Werner Beutelmeyer gegenüber der APA: "ÖVP und SPÖ sind gleichauf. Einen Vorsprung hinein zu interpretieren ist statistisch nicht haltbar."

Äußerst gering ist der Umfrage zufolge auch der Abstand zwischen Grünen (zwölf Prozent) und der Liste Hans-Peter Martin (elf Prozent). Deutlich abgeschlagen liegen demnach die Freiheitlichen, die nur noch auf sieben Prozent kommen. Auf die Linke-Liste entfällt ein Prozent. Für die Umfrage hat market am Wochenende 409 Personen befragt. Bei den EU-Wahlen im Jahr 1999 war die SPÖ mit 31,7 Prozent stärkste Partei. Die ÖVP kam damals auf 30,7, die FPÖ auf 23,4 und die Grünen auf 9,3 Prozent.

Die Wahlbeteiligung lag 1999 bei 49,4 Prozent. In der market-Umfrage geben 54 Prozent an, am Sonntag sicher zur Wahl gehen wollen. Auch hier warnt Beutelmeyer allerdings: Die Angaben zur Wahlbeteiligung seien erfahrungsgemäß zu hoch. Beutelmeyer rechnet mit einer Wahlbeteiligung von "Mitte der 40 aufwärts".

Die Kandidatur Hans-Peter Martins wird der Umfrage zufolge allen Parteien Stimmen kosten. Am stärksten schadet der ehemalige SP-Abgeordnete demnach der FPÖ, deren Wähler zu 24 Prozent zu Martin abwandern wollen. Außerdem wollen laut market 14 Prozent der SPÖ-Sympathisanten und 13 Prozent der Grün-Wähler für Martin votieren. Die ÖVP hätte mit neun Prozent noch mit den wenigsten Abwanderungen zu kämpfen. Zudem kann Martin laut market acht Prozent der Nichtwähler mobilisieren. (APA)