Wien - Beim Rennen um die Privatisierung von etwa 58.000 Bundeswohnungen ist nach Ablauf des Stichtages für die Abgabe der Angebote am vergangenen Freitag nur mehr die Hälfte der bisherigen Interessenten übrig geblieben.

Die drei Konsortien, die am Freitag ein verbindliches Offert abgegeben haben, sind laut Informationen der APA das so genannte Österreich-Konsortium (RLB OÖ, Hypo OÖ., OÖ. Versicherung, Sparkassen Immobilien AG, Immofinanz und Wiener Städtische), die Bietergemeinschaft Blackstone/conwert sowie die CA Immo. Offizielle Bestätigung dafür gibt es keine.

Aus dem Prozess ausgeschieden sind damit Goldman Sachs/Colliers Collumbus, Terra Firma sowie holländische Immobilieninvestoren, die in der letzten Runde ein zunächst unverbindliches Angebot abgegeben hatten.

Höhe der Angebote unbekannt

Über die Höhe der Angebote war zunächst nichts zu erfahren. Die Bieter waren angehalten, in ihrem Angebot auch die vom Bund an die Privatisierungskandidaten vergebenen Darlehen zu berücksichtigen bzw. diese abzulösen. Deren Wert hatte sich Ende 2002 für die vier Privatisierungskandidaten auf 320 Mio. Euro belaufen.

Er soll sich seither aber entsprechend der Zinsentwicklung deutlich verringert haben. Dennoch würde eine Teilentschuldung der zu verkaufenden Unternehmen durch den Bund zu einem 150 bis 200 Mio. Euro höheren offiziellen Verkaufspreis beitragen, glauben Beobachter.

Angebote evaluieren

In den nächsten Wochen wird die von die von der Regierung beauftragte Consultingfirma Lehman Brothers die Angebote evaluieren, vor der offiziellen Vertragsunterzeichnung muss auch der Ministerrat zustimmen. Nach den Vorstellungen des Finanzministeriums soll die Transaktion bis Ende Juni/Anfang Juli über die Bühne gehen.

Konkret geht es beim Verkauf um vier ehemals gemeinnützige Wohngesellschaften des Bundes (Buwog, WAG, ESG, und EBS). Eine fünfte, die Wiener Eisenbahner-Wohngesellschaft WBG, war von Finanzminister Karl-Heinz Grasser im Mai vorab verkauft worden.

Die vier Privatisierungskandidaten verfügen über rund 58.000 Wohnungen mit etwa 4 Mio. m2 Wohnfläche. Der Großteil davon entfällt auf WAG und Buwog. Auf die Villacher ESG (12.000 Wohnungen, 900.000 m2 Wohnfläche) besteht ein Vorkaufsrecht des Landes Kärnten. (APA)