Salzburg - Im Skandal um das neue Stadion in München, in dem der Salzburger Baufirma Alpine eine Schmiergeld-Zahlung von 2,8 Mio. Euro vorgeworfen wird, haben die beiden verdächtigen Salzburger Manager Ende vergangener Woche dem Salzburger Landesgericht ihre schriftliche Stellungnahme übergeben.

"Zwei Stellungnahmen von beiden Beschuldigten (Alpine-Chef Dietmar Aluta-Oltyan und Finanzchef Willy Böck, Anm.) sind am Freitag eingelangt", bestätigte Charlotte Rohan-Achammer, die zuständige Untersuchungsrichterin. Zum Inhalt wollte die Richterin nicht Stellung nehmen. Rohan-Achammer wollte auch noch nicht sagen, ob sie die beiden Manager erneut einvernehmen wird.

Das hänge davon ab, ob die schriftliche Stellungnahme noch Fragen offen lasse. Eine Einvernahme hat es schon gegeben, bei dieser hätten die beiden aber nur Angaben zur Person gemacht und eben die nun eingelangte schriftliche Stellungnahme angekündigt.

Verdeckte Schmiergeldzahlungen

Der Firma Alpine wird vorgeworfen, 2,8 Mio. Euro über Strohmänner als "verdeckte Schmiergeldzahlungen" an das inzwischen abgesetzte Führungsduo von TSV 1860 München, Karl-Heinz Wildmoser senior (64) und junior (40) geleistet zu haben. Dadurch soll die Alpine Insiderinformationen erhalten haben, mit denen sie den 280-Millionen-Auftrag für das Stadion, in dem 2006 die Fußball-WM eröffnet werden soll, erhalten hat.

Nach eigenen Angaben soll Alpine-Chef Aluta-Oltyan in seiner Stellungnahme erneut bekräftigt haben, dass es sich bei der "Vergütung" an den Dresdner Bauunternehmer Stefan Dung ausschließlich um eine Honorierung des Tipps gehandelt habe, gemeinsam mit dem Architekturbüro Herzog & de Meuron an der Ausschreibung des Münchner Stadions teilzunehmen.

Diese sei nicht in den Angebotspreis eingerechnet worden. Aluta hatte bereits früher gegenüber Journalisten eine Honorarzahlung von 1,4 Mio. Euro an den Dresdner Bauunternehmer eingeräumt.

"Arrangement Fee"

Nach Darstellung von Aluta habe die Alpine ursprünglich nicht daran gedacht, an der Ausschreibung teilzunehmen, weil Erfahrung im Stadionbau ein Bieterkriterium war. Erst Dung (der Empfänger einer "Arrangement Fee" von 1,4 Mio. Euro) habe die Alpine auf das Architekturbüro Herzog & de Meuron aufmerksam gemacht, das sowohl über einen ausgezeichneten kreativen Ruf und die geforderten Stadionerfahrungen verfügt habe und sich bis dahin noch nicht entschlossen hatte, an der Ausschreibung teilzunehmen. (DER STANDARD Printausgabe, 08.06.2004 APA, red)