Wien - Für die Ausbezahlung der Haftentschädigung für den Gmundener Peter Heidegger, der 2.865 Tage unschuldig im Gefängnis saß, ist das Finanzministerium zuständig. Das berichtete das ORF-Radio in der Nacht zum Dienstag. Die von Justizminister Böhmdorfer (F) angebotene Summe in der Höhe von 950.000 Euro wird laut Entscheidung von Finanzminister Karl-Heinz Grasser direkt aus seinem eigenen Ressort zur Verfügung gestellt. Böhmdorfer zeigte sich in einer ersten Reaktion erleichtert darüber, dass der wochenlange Zuständigkeitsstreit nun beendet sei. Ob Heidegger die angebotene Summe auch annimmt, ist noch nicht entschieden.

Entschädigung

Der Oberösterreicher Peter Heidegger war im ersten Prozess 1994 wegen Mordes an der Salzburger Taxilenkerin Claudia Deubler zu 20 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt und im zweiten Verfahren 2003 freigesprochen worden. In einem Beschluss des Landesgerichts Salzburg steht dem Fliesenleger ein Ersatzanspruch gegenüber der Republik Österreich für die Dauer seiner Haft und die Verurteilung zu. Seine Anwälte forderten 1,15 Millionen Euro als Entschädigung für den immateriellen Schaden (Schmerzensgeld, Rufschädigung), der durch den Freiheitsentzug entstanden ist. (APA)