Eine Entwicklung ähnlich der Automobilindustrie mit ihren nachgelagerten Zulieferfirmen sieht Steve Schuckenbrock, Executive Vice President of Global Sales & Client Solutions von EDS für die IT-Dienstleistungsbranche in Zukunft.

Probleme

Die Unternehmen der "old economy" hätten mit ihren gewachsenen IT-Systemen große Probleme: "Das ist aus einer föderalen Systematik entstanden. Jeder Bereich schafft sein eigenes Rechnersystem an - ohne an die Gesamtsystematik zu denken. Und dabei verzettelt man sich." 94 Prozent der IT-Budgets würden dafür verwendet, dieses Sammelsurium von Systemen zu warten. Da dies den Unternehmen zu teuer komme, sieht er eine große Zukunft für die IT-Dienstleistungsbranche: "We take your mess for less", lautet die Devise.

Entscheidungsgremien

Die unterschiedlichen Technologien in den Unternehmen wachsen auf unterschiedlichen organisatorischen Zugängen, beobachtet Schuckenbrock. Noch immer sei der Chief Technical Officer (CTO) nicht in den zentralen Entscheidungsgremien vertreten, wo aber die Systementscheidungen - samt ihrer Finanzierung - getroffen werden.

Natürlich, sagt Schuckenbrock, sei es dabei besser, weniger Anbieter für die IT-Landschaft zu haben. Die gewachsene Realität schaut aber anders aus. Deshalb, weiß Schuckenbrock aus Erfahrung, wird der Outsourcing-Ansatz aus diesen gewachsenen Strukturen heraus gewählt: "Man lagert das aus, wofür man kein Know-how im Haus hat."

Bei einem solchen punktuellen Outsourcing seien allerdings keine großen Einsparungen zu erzielen. Dies sei nur über eine horizontale Vernetzung zu einer gemeinsamen Infrastruktur zu erreichen. Der dafür notwendige komplette Umbau der internen Geschäftsprozesse müsse allerdings "vor allem auch in den Köpfen stattfinden", bleibt Schuckenbrock Realist. Er warnt davor, sich dabei auf zu vielen Schauplätzen gleichzeitig zu exponieren. Realistisch sei jedoch, diesen Prozess in einer "Drei- bis Vierjahresreise" zu erreichen. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD Printausgabe, 8. Juni 2004)